Aufrufe
vor 3 Wochen

Mobile Maschinen 6/2018

Mobile Maschinen 6/2018

VOR ORT BEI SIKO

VOR ORT BEI SIKO ERFOLGSGEHEIMNIS: TECHNISCHER VORSPRUNG DANK ANWENDERIMPULSEN Mathias Roth, Branchenmanger Mobile Automation Der Schwarzwald – Deutschlands größtes zusammenhängendes Mittelgebirge ist bekannt für seine Forstwirtschaft und seine Feinwerktechnik. Aber auch einige Hersteller von Sensoren erkannten die wirtschaftlich gute Lage für sich, sodass der Schwarzwald zum Dreh- und Wendepunkt des scherzhaft genannten „Drehgeber Valley“ wurde. Mobile Maschinen war zu Gast bei der Siko GmbH in Buchenbach, um sich vor Ort ein Bild von dem familiengeführten Unternehmen zu machen. Überall dort, wo sich an einer Maschine oder einer Anlage etwas dreht, bewegt oder neigt, ist die Siko GmbH mit ihren Sensoren vertreten. 1963 von Dr.-Ing. Günther Wandres gegründet, damals noch unter dem Namen Süddeutscher Industrie Kontor, wird das Familienunternehmen heute in zweiter Generation von Dipl.-Wirt.-Ing. Horst Wandres Autorin: Svenja Stenner, Mobile Maschinen gemeinsam mit Sven Wischnewski geführt. Begonnen mit der Produktion von Handrädern und analogen Positions anzeigern umfasst das Produktportfolio heute sowohl die digitale Ausführung, als auch Längen-, Winkel- und Wegemesssysteme. Ein weiteres strategisches Augenmerk liegt zudem auf Lösungen für die Antriebstechnik in Form von Stellantrieben. Mit über 250 Mitarbeitern weltweit, produziert Siko an den beiden Standorten Buchenbach sowie Cham in der Schweiz und verfügt zudem über Vertriebsniederlassungen in China, Italien, Singapur und den USA für einen optimalen Support vor Ort. 32 Mobile Maschinen 2018/06 www.mobile-maschinen.info

VIER TRAGENDE SÄULEN Traditionell verankert im klassischen Maschinenbau wie der Holz-, Glas- und Steinbearbeitung, dem Druckbereich und der Verpackungsindustrie, machte sich das Schwarzwälder Unternehmen zunächst mit seinen analogen und später auch digitalen Spindelpositionsanzeigern aus der PositionLine einen Namen. Wird z. B. in der Produktion von einer 0,33 l Flasche auf eine 0,5 l umgestellt, so werden durch elektrische und mechanische Positionsanzeiger eine effiziente und sichere Formatverstellung in kurzer Zeit gewährleistet. Alternativ kommen Stellantriebe der Produktlinie DriveLine zur automatischen Positionierung von Formaten, Anschlägen, Werkzeugen und Ventilen zum Einsatz. Die Stellantriebe beinhalten dabei nicht nur einen Motor, sondern auch einen absoluten Drehgeber, ein Getriebe, Leistungselektronik sowie die Feldbusschnittstelle. Hierdurch bildet der Stellantrieb ein komplettes Automatisierungssystem in sich. Da keine Komponenten wie Frequenzumrichter oder ähnliches gebraucht werden, spart dies nicht nur Bauraum in der Maschine sondern auch Kosten für den OEM. Im Laufe der Jahre kamen weitere wichtige Branchenschwerpunkte wie die Medizintechnik und erneuerbare Energien hinzu. Jüngst fokussiert sich Siko seit den 80iger Jahren zudem als vierte tragende Säule auf den Bereich Mobile Automation. Geschuldet ist diese Entwicklung der zunehmenden Automatisierung von Maschinen, wodurch die Sensorik stets an Bedeutung gewinnt. Schon jetzt fertigt Siko drei Produkt familien, die den rauen Bedingungen standhalten. Vibrationen, Schmutz, Feuchtigkeit, Hitze und aggressive Medien stehen schließlich an der Tagesordnung eines Heavy-Duty-Einsatzes. Welche Sensoriklösungen Siko für die extremen Bedingungen entwickelt hat, lässt sich gut anhand einer Betonpumpe erläutern.Vier ausfahrbare Stützen sollen den sicheren Stand der Betonpumpe auch in unebenem Gelände gewährleisten, dabei erfassen kompakte Seilzuggeber der LinearLine die genaue Position der Pfeiler als lineare Meßwegaufnehmer. Unterschiedliche Schnittstellen und Ausgangssignale ermöglichen eine Anbindung an verschiedene Steuerungskonzepte. In Mobilkranen werden sie ebenfalls im Teleskoparm integriert. Ausgelegt für Millionen von Arbeitszyklen halten die Sensoren selbst widrigsten Bedingungen stand. So verfügt der SG30 z. B. über einen konischen Seileinlass, um möglichen Dreck abzustreifen. Im Inneren des Seilzuggebers sind Feder- und Trommelgehäuse voneinander getrennt, um eine Blockade durch grobkörnigen Dreck zu verhindern. Lediglich äußere Einflüsse wie ein manuelles Überziehen oder ein Aufprall durch einen Fremdkörper auf das Seil wirken sich negativ auf die Produktlebensdauer aus. Alternativ stehen bei Siko auch die weltweit ersten komplett in einen Zylinder integrierbaren Seilzuggeber der Welt zur Verfügung, die Produkte der SGH- Baureihe. Diese werden direkt in den Zylinder integriert und sind somit optimal gegen jegliche Umgebungsbedingungen geschützt. Inkrementelle und absolute Drehgeber, Getriebepotentiometer, Safety Drehgeber sowie Messanzeigen fasst Siko in seiner Produktlinie RotoLine zusammen. Angewandt in der Betonpumpe geben diese Auskunft über die Drehkranzposition und die Position des Verteilermastes, um den geladenen Beton am Einsatzort an gewünschter Stelle präzise zu entladen. Auch können sie z. B. zur Erfassung der Endposition und Geschwindigkeit von Winden implementiert werden. Ein aufrechter Stand ist unerlässlich, damit die schwere Arbeitsmaschine nicht in Schieflage gerät und schlimmstenfalls sogar kippen kann. Um solche verheerenden Situationen zu vermeiden, vertrauen Konstrukteure auf Neigungssensoren aus dem Produktbereich MagLine, welche auf dem Prinzip der MEMS-Technologie arbeiten. Diese sind optimal geeignet um Neigungen in Bezug zum Erdmittelpunkt zu erfassen und als Positionsrückmeldung an eine übergeordnete Steuerung zu übertragen. Neben Neigungssensoren beschäftigt sich der Produktbereich MagLine jedoch vorrangig mit lagerlosen Drehgebern. „Unsere Produktlinie MagLine beinhaltet magnetisch lineare sowie rotative lagerlose Messtechnik in Form von Ringen, Bändern und Anzeigen. Hierauf sind wir besonders stolz, denn wir produzieren nicht nur unsere Sensoren selbst, sondern verantworten auch unser eigenes Chipdesign und übernehmen die Entwicklung der Maßverkörperung. Sprich wir haben den kompletten Prozess in unserer Hand“, erklärt Mathias Roth, Branchenmanger Mobile Automation bei Siko. Einen weiteren sehr beliebten Einsatz finden die komplett vergossenen Sensoren mit Schutzklasse bis IP69K sowohl direkt in hydraulischen- oder elektrischen Antrieben, als auch in Flurförderzeugen zur Geschwindigkeits-, Drehzahl- und Hubhöhenerfassung. Der Bereich Mobile Automation verspricht für Siko mit Blick auf die Zukunft weiterhin großes Wachstumspotenzial. Derzeit WIR ENTWICKELN STARKE BEDIENSYSTEME FÜR SCHWERE MASCHINEN INTELLIGENT. ROBUST. INDIVIDUELL. Griessbach GmbH · Im Biotechnologiepark · 14943 Luckenwalde · www.griessbach.de KNOW HOW IN BAUMASCHINEN

Ausgabe