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Mobile Maschinen 6/2017

Mobile Maschinen 6/2017

AGRITECHNICA I SPECIAL

AGRITECHNICA I SPECIAL die alternative Lenkeinheit. Alle für den Fahrer steuerbaren Funktionen und Kennwerte sind gut sichtbar und modulierbar. Ein adaptives User-Interface fasst die Parameter zusammen und sorgt für ein zielführendes Navigieren. Weitere Neuheit ist die CAN-Vernetzung sämtlicher Funktionen und Komponenten. Als Schaltzentrale arbeitet ein Body- Computer an einer komplexen, modularen CAN-Matrix und verarbeitet die eingehenden und ausgehenden Signale. Intelligente Cloud- Technologie erfasst die Arbeits- und Einsatzzeiten von Bediener und Gerät, registriert den Gerätestatus und protokolliert mögliche Schäden. Auch die Rückspiegel suchte ich vergeblich. Stattdessen befindet sich ein Spiegelersatzsystem in Kombination mit der sichtfeldvariablen Rückfahrkamera und innenliegenden Displays im Frontfenster. Dieses verbessert die Rundumsicht, speziell bei Dunkelheit. Ultraschallsensoren detektieren Gefahrensituationen und umgebende Hindernisse. Die partiell ansteuerbare LED Arbeitsbeleuchtung begleitet Grabprozesse (dynamisch) ohne bewegliche Lichteinrichtung. Luftausströmer sorgen in Verbindung mit dem seitlich platzierten Heiz-Klimagerät für hohen Klimatisierungsstandard. Das Filtersystem mit RFID-Chip ausgestatteten Kabinenluftfiltern erhöht die Wartungsqualität. „An der Genius CAB mitzuwirken war etwas ganz Besonders. Wer hätte gedacht, dass wir so oft prämiert werden. Es freut uns zu sehen, dass die CAB auch noch ein Jahr nach der Premiere auf der bauma so viel Zuspruch erhält. Wenn Sie möchten, dürfen Sie sich gerne noch einmal in die Kabine setzen“, holt mich Schnitzlbaumer zurück in die Gegenwart. Das lasse ich mir nicht zweimal sagen und nehme gerne Platz in der Genius CAB. Auf die Frage wie es zu dem Projekt kam, erklärt man mir: „Wir wollten im Cluster zeigen was geht und unsere Technik erlebbar machen. Das ist uns mit der Konzept-Kabine gelungen. Generell gilt: Neuheiten taugen nur, wenn sie kundenrelevant sind. Daher treiben wir gemeinsam mit erfahrenen OEM-Zulieferern, der TU Dresden sowie Praxispartnern im Cluster marktrelevante Innovationen voran. Auf der Agritechnica 2017 präsentieren wir daher unser nächstes Projekt, die Smart CAB.“ Blick in die Zukunft Als Mitgründer und Projektleiter des Clusters nimmt Fritzmeier seine Aufgabe als Innovationsträger wahr und pflegt einen intensiven Wissensaustausch mit Experten aus der Praxis sowie den Clusterpartnern. Nun steht das nächste Gemeinschaftsprojekt, die Smart CAB, kurz vor der Realisierung. Dieses Mal ist der Fokus aber auf die Anforderungen der Landtechnikindustrie gerichtet. Auf Basis einer Multifunktionskabine für Selbstfahrer wie Erntemaschinen zeigt das CAB Concept Cluster nun eine serienreife Kabine. Die Smart CAB bietet aufgrund eines leistungsstarken Body-Computers inklusive CAN-, LIN-, analoger sowie digitaler Schnittstellen eine flexibel erweiterbare x2x-Usability. Um dem Fahrer in diesem komplexen Umfeld die Kommunikation mit seiner Maschine und anderen Komponenten zu erleichtern, spielt das User-Interface eine wichtige Rolle. Das übersichtliche HMI-System der Smart CAB umfasst neben der rechten Multifunktionsarmlehne mit ihren Bedienelementen und der linken mit integriertem Miniwheel zwei Touch-Displays, auf denen alle Parameter zusammengefasst werden. Vom Handwerksbetrieb zum High-Tech-Unternehmen Innovationskraft, Kundennähe und Bodenhaftung, mit diesen Stärken brachte Georg Fritzmeier seinen 1926 gegründeten Sattlereibetrieb auf Kurs. Später folgten Traktorensitze als Erstausrüster (Schlüter) bzw. erste Planen-Verdecke für Traktoren. 1960 wurde das Stammwerk in Großhelfendorf errichtet. Mit der Entwicklung des Überrollbügels für Traktoren und der Herstellung der ersten Fahrerkabinen für Baumaschinen von Zeppelin kam der große Aufschwung. Zehn Jahre später stieg Fritzmeier in den Großwerkzeugbau ein und produzierte die ersten Ski in Vollkunststoff, Kunststoffboote und Surfboards. 1980 folgten SAVE-Rettungscontainer aus Kunststoff, die RTM- Fertigung für Lkw-Hochdächer sowie die erste Cubing-Fertigung für BMW. Aufgrund der wachsenden Produktionsvielfalt erfolgte 1990 die Gründung der drei gleichberichtigten Tochtergesellschaften: Fritzmeier Technologie, Fritzmeier Systems und Fritzmeier Composite. Bis heute prägen die drei Stärken des Gründers das gleichnamige Unternehmen: So wurde aus dem Handwerksbetrieb ein mittelständisches High-Tech-Unternehmen, welches seit 2000 auch über Fähigkeiten in der Rohrbiege-, SMC Großpressen- und Bördel- Technologie sowie in der Klebefertigung von Blechen für Industriefahrzeuge verfügt. 03 Die Genius CAB ist ein modularer Aufbau aus einer Alu-Softcab mit ROPS und einem Stahl-EXO-ROPS/FOPS Das Operatorsystem ermöglicht so ein sicheres Navigieren in jeder Arbeitssituation. Bei Anwendungen im Bereich Smart Farming steht die Rentabilität im Fokus, wozu die Smart CAB einige Möglichkeiten aufzeigt: Über einen eigenen Feature Store können OEMs und Fahrzeugnutzer eigene Smart Farming-Funktionen einstellen, die direkt in die Maschine geladen werden. Dies kann zu einem großen Mehrwert bestehender Systeme führen oder in Kombination mit einem neuen Anbaugerät die Funktionalität erheblich erweitern. Auch Datasharing ist möglich. Um die Produktivität zu erhöhen und Fehlerquellen zu reduzieren, sind smarte Bedienelemente verbaut, mit denen sich sämtliche verfügbaren Funktionen leicht handhaben lassen. Auch die Reduktion von Zeitaufwand und Kosten, die in der Kabinenentwicklung entstehen, wurden berücksichtigt. Die Smart CAB versteht sich als Baukasten, dessen Module sich flexibel kombinieren lassen. Dank der durchgängigen serialtested Modularity entfallen komplette Neuentwicklungen. In Verbindung mit einem hohen Level an Systemintegration und einem Designkonzept, das individuelle Anpassungen jederzeit ermöglicht, bietet die Smart CAB ein ideales Spielfeld für die Konzeption neuer Maschinen. „Ein Blick in die Zukunft ist immer ein Spiel mit Ideen. Die Smart CAB bündelt solche, die für den Anwender klare Vorteile bringen“, resümiert Fritz Schadeck, Vice President Fritzmeier CABS. „Das zeigen wir auf der Agritechnica 2017 als Feuerwerk an Innovationen, ohne grundlegende Themen wie Sicherheit oder Fahrkomfort aus dem Fokus zu verlieren.“ Nach meinem Besuch am Standort in Großhelfendorf ist mir klar, dass in über 90 Jahren Erfahrung am Markt und der Fertigung Fritzmeier als Familienbetrieb seiner Tradition und seinem Anspruch treu bleibt: modernste Technik in der Kabinenproduktion wirtschaftlich umzusetzen, um Fahrern mehr Komfort sowie Sicherheit zu ermöglicht. Genauso wie schon 1976 als unser IHC 533 vom Band lief. Bilder: 01 Svenja Stenner, sonst. Fritzmeier www.cabconceptcluster.com www.fritzmeier.com 50 Mobile Maschinen 6/2017

Highlights Mobilhydraulik-Sensoren kommunizieren digital Eine umfassende Reihe von Weg-, Winkel-, Neigungs-, Druck – und Kraftsensoren für die Mobilhydraulik mit CE-, E1- und SIL2-Sicherheitszertifikatenhat Gefran entwickelt. Sie verfügen sowohl über analoge als auch ratiometrische Ausgänge sowie über alle gängigen Feldbusse. Mit ihrem Digitalausgang für den CAN-Feldbus SAE J1939 für Nutzfahrzeuge können sie ihre Diag nosedaten an die Steuerung übermitteln. SAE J1939 ist der Standard, den die Society of Automotive Engineers für die BUS-Kommunikation und -Diagnose zwischen einzelnen Fahrzeugkomponenten empfiehlt. Das Netzwerkprotokoll wird weltweit für Baumaschinen und Lastkraftfahrzeuge aller Art verwendet. AGRITECHNICA, Halle 17, Stand H05d www.gefran.de Erster Motor mit EU-Stufe V Deutz hat für den ersten Motor ein Zertifikat für die EU-Stufe V erhalten. Die Erstzertifizierung erhielt der Deutz TTCD 6.1, die Modelle TCD 3.6 / 4.1 / 6.1 / 7.8 und TTCD 7.8 folgen. Beim Wechsel von der aktuellen EU-Stufe IV zu V entsteht kein zusätzlicher Bauraumbedarf. Daneben hat der Hersteller auch eine neue Großmotoren-Familie von 9 bis 18 l Hubraum für schwere Off-Highway- Anwendungen herausgebracht. Der TCD 9.0 Vierzylinder verfügt über 300 kW Leistung und 1 700 Nm Drehmoment. Beim TCD 12.0 und 13.5 handelt es sich um Sechszylinder-Motoren mit 400 kW und 2 500 Nm bzw. 450 kW und 2 800 Nm. Der größte Motor TCD 18.0 Sechszylinder leistet 620 kW und generiert 3 600 Nm. Neu ist außerdem die Service-App „Deutz Connect“. Die erste Funktion ist die Motor diagnose per Smartphone oder Tablet mit Datenaustausch über eine Bluetooth-Schnittstelle, für die ein kleiner Empfänger am Motor installiert wird. Weitere Funktionen sollen folgen. AGRITECHNICA, Halle 16, Stand D19 JEDERZEIT INTELLIGENT UNTERWEGS. Besuchen Sie uns in Halle 15, Stand K38 Umsichtig manövrieren und Arbeitsabläufe verbessern: Manuel hat die Aufgabe, mobile Arbeitsmaschinen intelligent zu machen. Dabei stützt er sich auf die langjährige Erfahrung, die SICK mit intelligenten Sensoren hat. Smarte Lösungen liefern Informationen zu Position, Neigung und Geschwindigkeit, warnen vor Kollisionen und halten Maschinen in der Spur. Klug miteinander vernetzt führen diese Informationen zu mehr Effizienz mit geringen Ausfallzeiten und Reparaturkosten. Manuel hat das Automatisierungspotenzial erkannt. Und dank SICK ist er schon heute zukunftsgerichtet unterwegs, rechtzeitig bevor der Alltag ihn überrollt. Wir finden das intelligent. www.sick.com/mobile_automation www.deutz.com

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