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Mobile Maschinen 6/2017

Mobile Maschinen 6/2017

AGRITECHNICA I TITEL 02

AGRITECHNICA I TITEL 02 In der Kabine des Tiger 6 lässt sich die Komplexität der Zuckerrübenernte erahnen 03 Auf dem ROPA Terminal hat der Fahrer jederzeit Auftrag, Prozess und Maschinendaten im Blick Das Portal und die App Neben der Tatsache, dass ein Zuckerrübenroder vom Typ Tiger 6 mit bis zu 768 PS, einer Länge von 15 m und einer Höhe von 4 m eine beeindruckende Maschine ist, scheint die Aufgabe des Rübenrodens relativ einfach zu sein. Doch schon hierzu gehört sehr viel Wissen und ein genaues Verständnis des Arbeitsvorgangs, was man bei genauerer Betrachtung der Maschine wohl nur erahnen kann. Wichtig ist aber, dass der Rodevorgang nicht ein Prozess für sich allein ist. Rübenroder sind eingebunden in eine komplexe Logistik- und Auftragsmanagementkette. Diese läuft heute fast ausnahmslos über das Logistikportal „farmpilot“. Einfach ausgedrückt ist farmpilot ein Auftragsmanagement- und Navigationssystem für Gruppen, in die viele Teilnehmer eingebunden sind. Dazu kommen Zusatzfunktionen wie die digitale Belegerfassung oder die Speicherung der Arbeitszeit. Der Anbieter ist das Unternehmen Arvato Systems, eine Tochter des Bertelsmann-Konzerns, das den farmpilot in den letzten Jahren den Anforderungen der Zuckerindustrie angepasst hat. Farmpilot kann aber auch problemlos in nahezu allen Bereichen der überbetrieblichen Arbeit eingesetzt werden. Zum farmpilot-Portal gehört auch eine App, eine Anwendung, die auf einem Tablet-PC läuft. Zwischen farmpilot-Portal und der farmpilot-App auf dem Tablet-PC werden vor dem Start eines Rodeauftrags sämtliche Daten abgeglichen. Die Auftragsdaten wurden zuvor vom Landwirt, den Disponenten und der Zuckerfabrik erstellt und mit Fremdaufträgen ergänzt. Die Verknüpfung der Welten Der Roderfahrer startet in der farmpilot- App einen Auftrag. Die App übermittelt per WLAN automatisch auftragsrelevante Daten an das ROPA-Terminal, in dem zeitgleich ebenfalls ein neuer Rodeauftrag ge- startet wird. Sobald der Roderfahrer in der farmpilot-App den aktuellen Auftrag beendet, wird automatisch auch der Auftrag im ROPA Terminal abgeschlossen. Alle abrechnungsrelevanten Daten des beendeten Auftrags (gerodete Fläche, Leistung, Verbrauch, Leerfahrtanteil, Rodegeschwindigkeit) werden über die TC3G an den R-Connect Server und von dort weiter an den farmpilot übermittelt. Dieser Weg wird gewählt, da nur so sowohl die Auftragsrahmendaten, als auch die zugehörigen Telemetriedaten eindeutig zusammengeführt werden können. Es existiert damit nur eine, die beste Quelle für die korrekte Abrechnung. Da die Datenübertragung automatisch, ohne Eingriff eines Menschen erfolgt, wird eine Fehlerquelle ausgeschlossen. Gleichzeitig bedeutet dies auch für den Fahrer und das Umfeld der Maschine erhöhte Sicherheit, da keine Ablenkung mehr erfolgt. Zudem entfällt durch diese Lösung die Notwendigkeit separater Systeme für verschiedene Zuckerfabriken, wodurch die Unternehmen Investitionskosten sparen. Durch den Einsatz moderner Technologie werden wesentliche Zeiteinsparungen bei Planung, Koordination und Durchführung der Rübenernte und bei der anschließenden Mieten- und Verladelogistik erzielt. Die Landwirte, Lohnunternehmer und Fabriken sehen sich somit durch Effizienzsteigerung und höhere Wirtschaftlichkeit gut gerüstet für den internationalen Wettbewerb. Farming 4.0 ist hier also Realität. Zukünftiger Zusatznutzen durch Digitalisierung In der Verbesserung der Logistik und des Prozesses liegt sicher das größte Potenzial für Effizienzsteigerungen rund um die Zuckerrübenernte. Einsparungen können aber auch durch Verringerung der Stillstandzeiten der Maschine erzielt werden. Der Wunsch aller Beteiligten an der Prozesskette ist natürlich der möglichst kontinuier- liche, fehlerfreie Betrieb. Denn jede Stillstandzeit führt unweigerlich zu Umplanungen. Durch die harte Beanspruchung auf dem Feld gibt es noch keine wartungsfreien Zuckerrübenroder. Ohne Wartung sind jedoch Fehler und damit Ausfälle vorprogrammiert. Zielsetzung kann nun sein, diese Fehler möglichst rasch zu beheben. Der noch bessere Ansatz ist es, Fehler erst gar nicht auftreten zu lassen. Hier kann „Condition Monitoring“ mit Hilfe des R-Connect Servers zum Einsatz kommen. Aus den Messwerten einer individuellen Maschine lassen sich Verschleiß- und Wartungskriterien ableiten. So kann man den Flächenzähler kontinuierlich überwachen, bei Erreichen eines festgelegten Wertes bereits die Nachschärfung der Nachlöpfermesser auslösen und ein entsprechendes Zeitfenster zur Durchführung der Austauscharbeiten reservieren. Mit dieser Methode können Ausfälle schon im Vorfeld präventiv verhindert werden. Denkt man noch etwas weiter, können die Algorithmen zur Erkennung von Fehlern auch auf der Maschine implementiert werden. Auch hierzu ist die frei programmierbare TC3G von STW, auf der alle Daten zusammenlaufen, die richtige Plattform. Damit werden aus vielen Daten smarte Daten, das übertragene Datenvolumen kann weiter reduziert werden. Auch Softwareupdates fallen unter das Thema Wartung. Hierzu ist vorgesehen, neue Softwarepakete über den R-Connect Server und die TC3G auf der TC3G selbst, auf nachgelagerten Steuerungen und auf dem ROPA Terminal zu installieren. Ein wichtiger Aspekt wird dabei die Sicherheit sein. Heute sind nicht nur PCs Ziel von Hacker-Angriffen, auch Maschinesteuerungen bleiben nicht unangetastet. Daher sollte größtes Augenmerk auf entsprechend sichere Software und geschützte Zugänge gelegt werden. Bilder: Aufmacher und 03 ROPA, 01 STW GmbH www.sensor-technik.de

Highlights Beleuchtbares Einzeltaster-Modul für mehr Sicherheit Das Multimec TM Einzeltaster-Modul von Apem besteht aus einer Glasfaser-Leiterplatte mit einem einzelnen Taster, einer Kappe und einem Steckverbinder. Standardmäßig wird das Modul mit dem Multimec TM 5G-Taster geliefert, der über ein Klicksystem mit großem Durchmesser zur Aufnahme der Kappen und einen mit dem Gehäuse abschließenden Betätiger verfügt. Das Snap-on-System sorgt dafür, dass die Kappen selbst bei schweren Vibrationen sicher mit dem Taster verbunden bleiben. Die Taster können mit ein oder zwei LEDs ausgestattet werden, die die Bediensicherheit auch unter schwierigen Sichtbedingungen gewährleisten. Die Taster sind mit drei Betätigungskräften erhältlich und werden ausschließlich aus hoch temperaturbeständigem Material gefertigt. Neben der Variante 5G sind auch die Taster 3A, 3E, 3C, 3F (unbeleuchtet), 4F und 5E mit dem Einzeltaster-Modul kompatibel. Die Maße des Einzeltaster- Moduls betragen 22 × 37 mm. AGRITECHNICA, Halle 17, Stand A41 12. -18. November 2017 Hannover,Halle 15 /Stand #H13 Besuchensie uns! X90 eröffnet Ihnen dIe Weltmoderner AutomAtIsIerung www.br-automation.com/mobile-automation www.apem.de Druckschalter in der Agrartechnik Druckschalter aus dem Hause SUCO werden aufgrund ihrer hohen Zuverlässigkeit, auch unter extremen Umweltbedingungen, in verschiedensten Anwendungen in Landmaschinen gerne eingesetzt. Gerade weil in der Landwirtschaft eine 100%ige Einsatzbereitschaft in einem meist kurzen Zeitfenster z. B. während der Ernte oder in der Bodenbearbeitung notwendig ist. Die Landmaschinenindustrie zählt zu einem der wichtigsten Einsatzgebiete der SUCO Robert Scheuffele GmbH & Co. KG. Zahlreiche Produktmerkmale wie robuste, gegen Spritzwasser geschützte integrierte Stecker, die Integration von elektrischen Zusatzkomponenten in der PLUS-Serie oder die hohe Überdruckfestigkeit auch gegen hydraulische Druckspitzen, sind aus den Anforderungen in modernen Agrarmaschinen und in Zusammenarbeit mit den Landmaschinenherstellern entstanden. Eine typische Anwendung ist die Drucküberwachung in landwirtschaftlichen Maschinen wie Traktoren, Tankfahrzeugen, Mäh dreschern oder anderen Erntemaschinen. Die Druckschalter mit integriertem Stecker überwachen die Parkbremse oder den Systemdruck des Bremssystems und warnen so wirksam vor einem Ausfall oder geben eine Rückmeldung an die Steuereinheit über den Zustand der Park- oder Fahrbremse. AGRITECHNICA, Halle 17, Stand H05i < Skalierbare Hardwareplattform < Vorprogrammierte Softwarebausteine < 3x schnellere Entwicklung www.suco.de