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Mobile Maschinen 6/2016

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Mobile Maschinen 6/2016

NACHRICHTEN Nachruf auf

NACHRICHTEN Nachruf auf Hans Jürgen Matthies Am 10. September 2016 verstarb Prof. em. Dr.-Ing. E.h. Hans Jürgen Matthies im Alter von 94 Jahren in Braunschweig. Er war eine der großen Persönlichkeiten in der Landtechnik und der Mobilhydraulik. Über drei Jahrzehnte leitete er das Institut für Landmaschinen in Braunschweig. Geboren am 6. November 1921 wuchs er als Sohn eines Unternehmers in Teterow in Mecklenburg auf. Nach dem zweiten Weltkrieg studierte er Maschinenbau, zunächst in Berlin, dann in Stuttgart. Dort lernte er die Grund lagen und die funktionalen Zusammenhänge in Landmaschinen in den Vorlesungen von Prof. Dr.-Ing. Walter E. Fischer-Schlemm kennen, der zu dieser Zeit die Agrartechnik in Hohenheim leitete und Honorarprofessor an der TH Stuttgart war. Als Diplom-Inge nieur ging er 1950 nach Braunschweig und wurde Assistent bei Prof. Dr.-Ing. Georg Segler am Institut für Landmaschinen. Mit seiner Dissertation „Der Strömungswiderstand beim Belüften landwirtschaftlicher Erntegüter“ erlangte er 1954 die Promotion an der Technischen Hochschule Braunschweig. Daran schloss sich eine vierjährige Industrietätigkeit bei der Landmaschinenfabrik Gebr. Welger in Wolfenbüttel an. In diesem Unternehmen entwickelte Matthies als Chefkonstrukteur unter anderem auch sein Interesse an der Halmgut-Prozesstechnik weiter aus. Dies sollte für ihn und insbesondere für das Braunschweiger Institut für Landmaschinen bis heute prägend sein. Denn 1958 wurde er als Nachfolger seines Doktorvaters zum Ordinarius und Direktor des Instituts für Landmaschinen an der TH Braunschweig berufen. Professor Matthies erzählte gern, dass ihm die Entscheidung, den Ruf anzunehmen, gar nicht leicht gefallen war, weil sich ihm zeitgleich die Gelegenheit bot, an die sehr renommierte Forschungsanstalt für Landwirtschaft (FAL) in Braunschweig zu gehen. Bereut hatte er den Schritt allerdings nie; das persönliche Zitat dazu von ihm aus dem Jahr 2012: „Professor zu sein, ist der schönste Beruf der Welt“. Mit einem Blick auf die große Anzahl von Veröffentlichungen und auf die 42 Dissertationen, die er betreut hat, lassen sich die wesentlichen Schwerpunkte der Forschungsarbeiten herausstellen. So behandeln die erste von ihm betreute Dissertation von W. Busse 1966 und die letzte 1996 von K. Martensen und viele weitere Arbeiten in den dazwischen liegenden 30 Jahren die Halmgut-Prozesstechnik, vor allem das Verdichten von Halmgut. Mit großer Weitsicht entwickelte Professor Matthies darüber hinaus den Schwerpunkt der Ölhydraulik in Forschung und Lehre am Braunschweiger Institut. Er und seine Doktoranden verschafften sich dabei mit ihren Arbeiten große internationale Anerkennung. Die wichtigen Forschungsarbeiten zum Reibungsverhalten, zur Pulsation sowie zur Effizienz der Aggregate und Systeme führten zu signifikanten Ergebnissen und Fortschritten. Sie bilden die Grundlagen für die heutige Entwicklung und für den nutzenbringenden Einsatz der Mobilhydraulik. Dem Humboldtschen Bildungsideal, der Einheit von Forschung und Lehre folgend, bot Professor Matthies dann von 1970 an eine auf die Erläuterung der Funktionen und Zusammenhänge ausgerichtete und durch ihre Systematik geprägte Hydraulikvorlesung an. Das daraus entwickelte Buch „Einführung in die Ölhydraulik“, es wird heute gemeinsam mit Prof. Dr.-Ing. Dr. h.c. Karl T. Renius herausgegeben, gehört zu den Standardwerken in der Hydraulikausbildung. Diese Vorlesung ist der Vorläufer der heutigen Grundlagen- und Vertiefungsvorlesungen zur Ölhydraulik an der TU Braunschweig. Den Studierenden und seinen Doktoranden hat Professor Matthies hervorragende Voraussetzungen für eine erfolgreiche berufliche Tätigkeit mitgegeben. Vor diesem Hintergrund ist es nicht verwunderlich, dass namhafte Persönlichkeiten in der Industrie und in der Wissenschaft sich mit Stolz als Matthies-Schüler bezeichnen. In vielfältiger Form hat Professor Matthies sich für die Interessen der Universität und der Fachgemeinschaft in die Pflicht nehmen lassen. So war er 1978/79 Rektor und erster Präsident der Technischen Universität Braunschweig und von 1983 bis 1988 Vorsitzender der VDI-Fachgruppe Landtechnik. Gemeinsam mit Dr. F. Meier initiierte er das Jahrbuch Agrartechnik. Seit 1988 berichten Jahr für Jahr in diesem Nachschlagwerk zahlreiche Experten über die aktuellen Entwicklungen in der Agrartechnik. Die Nachfolger am Braunschweiger Institut, zunächst Prof. Dr.-Ing. Dr. h.c. Hans-Heinrich Harms und heute der Verfasser dieses Nachrufs, haben gemeinsam mit den Autoren dieses wichtige Werk fortgeführt. Vor dem Hintergrund der Lebensleistung von Professor Matthies ist es geradezu selbstverständlich, dass sein Wirken durch hochrangige Ehrungen gewürdigt wurde. Hervorzuheben sind die Ehrendoktorwürde der Technischen Universität München, das Ehren zeichen des Vereins Deutscher Ingenieure und die Tilo- Freiherr von Wilmowsky-Medaille, verliehen durch das Kuratorium für Technik und Bauwesen in der Landwirtschaft. Wir haben mit Professor Matthies einen lieben Menschen und Kollegen, einen großartigen Ingenieur, Forscher und Lehrer unter uns gehabt. Wir werden ihm nun ein ehrenvolles Andenken bewahren. Braunschweig, im September 2016 Prof. Dr. Ludger Frerichs, Institut für mobile Maschinen und Nutzfahrzeuge der TU Braunschweig 14 Mobile Maschinen 6/2016

NACHRICHTEN Schaeffler reduziert Verschuldung Die IHO Holding, eine Gruppe von Holding- Gesellschaften, die indirekt der Familie Schaeffler gehören, will Verbindlichkeiten von insgesamt 3,3 Mrd. Euro refinanzieren. Dann will die Schaeffler AG eine Anleihe von 850 Mio. US-Dollar mit Laufzeit bis 2021 vorzeitig zurückzahlen. Die Verbindlichkeiten reduzieren sich danach um 674 Mio. auf 4,2 Mrd. Euro. Die Mittel sollen aus der Teilrückzahlung eines Darlehens an die IHO Holding und eigenen Barmitteln stammen. Nach Abschluss der Transaktion beträgt das ausstehende Volumen des Darlehens noch rund 1 Mrd. Euro. Ein Ziel dieses Vorgehens ist es laut Schaeffler, ein Investment Grade Rating zu erreichen. www.schaeffler.de Hansa-Flex ist jetzt Fachbetrieb nach WHG Durch das Zertifikat des TÜV Nord wird bestätigt, dass Hansa- Flex über die notwendige Ausrüstung sowie sachkundiges Personal verfügt, um an Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen zu arbeiten. Wasser ist die wertvollste Ressource. Zu ihrem Schutz müssen Betriebe, die mit Stoffen arbeiten, die Wasser gefährlich verunreinigen können, hohe Anforderungen erfüllen. Für hydraulische Komponenten gelten diese Regeln meist nicht, denn Hydrauliköl wird je nach Sorte entweder als nicht wassergefährdend oder als nur schwach wassergefährdend eingestuft. Dennoch hat sich Hansa-Flex als Fachbetrieb nach §3 der Rechtsverordnung zu § 62 WHG zertifizieren lassen. Denn damit dürfen die Servicetechniker z. B. auch in der chemischen Industrie arbeiten. www.hansa-flex.com Leitungen für extreme Temperaturen Igus hat im Zuge seines Testlaborausbaus einen weiteren 40-Fuß- Container eingerichtet, um dort bewegte Leitungstests bei realen Bedingungen unter extremen Temperaturen durchzuführen. Es gibt zwar international gültige Normen für bewegte Leitungen, diese geben jedoch keine verlässlichen Aussagen über die Lebensdauer bewegter Leitungen bei extremen Temperaturen. Deshalb testet der Leitungsexperte seine Leitungen seit über zehn Jahren in der Dauerbewegung. Durch die Vielzahl an Tests unter realen Bedingungen ist der Anbieter in der Lage, in seinem Chainflex Katalog für jede Leitungen jeweils drei Aussagen zum geeigneten Biegeradius und zur zulässigen Temperatur zu treffen. www.igus.de Antriebstechnik-Roth erweitert Prüffeld Antriebstechnik-Roth verfügt seit August 2015 über einen Prüfstand, mit drei elektrischen Maschinen zu je 265 kW. So werden in dem Unternehmen simultan zur Konstruktion und Berechnung einfacher, lastschaltbarer und leistungsverzweigter Getriebe auch gesamte Antriebssysteme mit mehreren Getriebeneuentwicklungen realisiert. Durch eigene Drehmomentsmessungen im Feld und dynamische Dauerlast-Prüfabläufe wird die ganzheitliche Entwicklung umgesetzt. Der Musterbau und die Versuchshalle wurden für die Anforderungen des neuen Prüfstandes weiter ausgebaut. Mit dem Um- und Ausbau wurden die Geschäftsräume auf fast 600 m² erweitert. www.roth-system.de Intelligenz für Li-Ion Batterien powerMELA-mBMS für Lithium-Ionen Batterien • Ausgereiftes, komplettes Batterie-Management-System • Schnelle und einfache Integration • Flexibel und offen • Sicher und robust • Modular und skalierbar Messetermine bauma China, Schanghai (CHN) 22.11. – 25.11.2016 Halle N1, Stand 638 SPS/IPC/DRIVES, Nürnberg 22.11. – 24.11.2016 Halle 7, Stand 150 Sensor-Technik Wiedemann GmbH · Am Bärenwald 6 · 87600 Kaufbeuren · Deutschland · Telefon: +49 8341 9505-0 Internet: www.sensor-technik.de