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Mobile Maschinen 6/2015

Mobile Maschinen 6/2015

SPS IPC DRIVES I SPECIAL

SPS IPC DRIVES I SPECIAL Halle 1 Stand 348 Mit Gleichstrom zur perfekten Saat Elektrische Getriebemotoren in Großflächen-Säkombination Thorsten Sienk Auch in Agrarmaschinen geht der Trend zu Automatisierung und elektrischer Antriebstechnik. Welche Vorteile damit verbunden sind, zeigt die U-Drill, die neue universelle Großflächen-Säkombination von Kverneland. Dabei treiben Getriebemotoren der Kählig Antriebstechnik präzise und energieeffizient Dosierwalzen an, die eine genaue Saatgutablage sicherstellen. Alles in einem Arbeitsgang: Saatbett vorbereiten, einebnen, rückverfestigen, säen und das Saatgut andrücken. Das ist mit der U-Drill des Herstellers Kverneland möglich. Die einzelnen Abläufe sind in der Großflächen-Säkombination so präzise koordiniert, dass Landwirte auf ihrem Acker einerseits Zeit sparen und sich anderseits sicher sein können, die Saat immer mit der gewünschten Verteil- und Tiefengenauig keit auch bei hohen Geschwindigkeiten auszubringen. Hohe Regelungsgüte, kompakter Aufbau Damit eine homogene Verteildichte auf dem Feld gewährleistet ist, muss es eine enge Abstimmung zwischen der Fahrgeschwindigkeit und der Saatgutausbringung geben. Kverneland greift dafür in der U-Drill zu elektrischen Planetengetriebemotoren der Kählig Antriebstechnik (KAG), um die zwei Dosiereinheiten der „Drille“ mit exakt geregelter Drehzahl anzutreiben. Die 10-V-Gleichstrommotoren erreichen hohe Drehzahlkonstanz auch bei niedrigen Dreh zahlen. Daraus folgt die Sicherheit, bei lang samer Fahrt die Saat mit präziser Verteilung und Menge auszubringen. Technisch betrachtet, ist die hohe Regelungs güte unter anderem Folge der niedrigen Rastmomente (Cogging -Torque), die wiederum aus der winkligen Anordnung der schräg genuteten Anker auf dem Rotor hervor gehen. Das ermöglicht es Kverneland, auf die bis dato übliche Schaltstufe für niedrige Drehzahlen verzichten zu können – was in letzter Konsequenz Kosten senkt und die Verfügbarkeit steigert. Thorsten Sienk, freier Fachjournalist, Bodenwerder

So hoch die Regelungsgüte der Motoren, so kompakt gibt sich die Einheit. Die Forderung des Agrarkunden, die Antriebseinheit aus Motor, Getriebe und Signalgeber möglichst raumsparend zu gestalten, hat KAG durch den Einsatz einer direktverzahnten Motorwelle umgesetzt. Dies ermöglicht den direkten Anbau des Planetengetriebes an den DC- Motor. Rund wird das Ganze durch die Einkabelanschlusstechnik. Die fertig konfektionierte Leitung mit robusten Steckern in hoher Schutzart umfasst sowohl die Leistungsversorgung, als auch die Rückführungssignale. So halbieren sich der Installationsaufwand und der dafür notwen dige Platz im Vergleich zur herkömmlichen Anschlusstechnik. Effizient und präzise Die Antriebseinheit mit ihrem einstufigen Planetengetriebe (Übersetzung 17:1) liefert Drehmomente bis 1,7 Nm. Das Getriebe selbst ist ausgelegt für Dauermomente bis 4,4 Nm und erreicht dabei einen Wirkungsgrad von mehr als 90 %. Die daraus folgende Energieeffizienz spart Strom und verhindert deshalb, dass die Standardlichtmaschine des Schleppers über Gebühr belastet wird. Hierbei ist zu wissen, dass jeder zusätzliche Verbraucher die Lichtmaschine schneller an ihre Leistungsgrenze bringt. Zudem erhöht sich der Treibstoffverbrauch, weil der Generator seinerseits vom Dieselmotor des Schleppers angetrieben wird. Das Dosiergerät ist somit auf größtmögliche Präzision und Effizienz ausgelegt. Für diese Anforderungen sind die KAG- Motoren aus Hannover bestens geeignet. Sie liefern ein hohes Drehmoment innerhalb des weit aufgespannten Drehzahlstellbereichs. Die 10-V-Antriebe bieten für die eingangs geschilderte Saatausbringung bei schneller wie langsamer Fahrt einen Drehzahlstellbereich von 100 bis 4 000 Motorumdrehungen, was mit dem Getriebe 6 bis 235 Umdrehungen an der Antriebswelle entspricht. Wie schnell der Motor zu drehen hat, gibt die Zentralsteuerung der U-Drill entsprechend der gewählten Saatgutmenge und der Geschwindigkeit vor. Für den geschlossenen Regelkreis sind die Motoren mit einem robusten magnetischen Encoder mit großem Spannungsbereich (5 bis 24 V) als Rückführung ausgestattet. Die direkte Anbindung an den Jobrechner bildet die Schnittstelle zwischen Gerät und Bediener. Hier legt der Landwirt für das jeweilige Saatgut seine Ausbringmenge und weitere Parameter für einen optimalen Ertrag fest. Die Antriebe kommunizieren per Pulsweitenmodulation (PWM Signal). Die Schnittstellenkommunikationssprache wird durch ISOBUS gelöst. Robustheit nachgewiesen Die komplette Einheit ist neben ihrer reinen Funktionalität auch konstruktiv auf die anspruchsvollen Rahmenbedingungen der Landwirtschaft abgestimmt. Die Antriebstechnikspezialisten aus Niedersachsen haben die neuen Motoren bis zur Serienreife im eigenen Labor intensiv auf Langlebigkeit getestet. Schwerpunkte der Untersuchungen waren z. B. die Vibrations- und Schwingungsfestigkeit der Einheiten mit dem KAGeigenen Shaker. Zudem gibt es eine enge Zusammenarbeit mit dem TÜV Nord für Prüfungen unter erschwerten Umgebungsbedingungen wie Staub und Wasser (IP- Schutz). Damit ist die Antriebstechnik reif für die anspruchsvollen Bedingungen der Landwirtschaft. Auf Wunsch liefert der Hersteller auch lackierte Antriebseinheiten nach Kundenvorgaben, welche neben der Corporate Design auch die Korrosionsbeständigkeit und den IP-Schutz des Motors zusätzlich verbessert. Auch wenn die Antriebe keine zusätzliche Wunschlackierung erhalten, sind elementare Komponenten des Antriebs wie beispielsweise das Motorgehäuse durch ihre KTL-Beschichtung vor Rost geschützt. Ergänzt wird die robuste Oberflächengüte von der Antriebswelle aus korrosionsfestem Edelstahl oder hartanodisierter Stahl. Der U-Drill von Kverneland demonstriert die Leistungsstärke elektrischer Antriebe in der modernen Agrartechnik. Die einstufigen Getriebemotoren lassen sich auch bei niedrigen Fahrgeschwindigkeiten präzise regeln und sind leicht zu integrieren. Sie sind damit ein wesentlicher Baustein für effiziente Agrarmaschinen. www.kag-hannover.de 01 Die Gleich stromgetriebe motoren bieten eine hohe Leistungsdichte mit weiterem Drehzahlstellbereich 02 Schematischer Aufbau des Dosiergeräts

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