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Mobile Maschinen 5/2017

Mobile Maschinen 5/2017

AGRITECHNICA I SPECIAL

AGRITECHNICA I SPECIAL Unkraut entfernen – ohne Chemie Sensoriksystem unterstützt mechanische Unkrautbekämpfung Halle 9/Stand C40a Wie geht es weiter mit Glyphosat? Wie werde ich dem Bedarf an Bioprodukten gerecht? Angesichts dieser Fragen rückt die mechanische Unkrautbekämpfung in den Fokus landwirtschaftlicher Erzeuger und Lohnunternehmer. Sensorik- und Steuerungssysteme können bei der Führung von Kultivatoren helfen. Der mittelständische britische Landmaschinen-Hersteller Garford arbeitet mit modernster Kameratechnik zur Steuerung der Arbeitsmaschinen zur mechanischen Unkrautbekämpfung. „Mit extrem hoher Auflösung wird die Fläche direkt vor den Hacken aufgenommen und die Bilddaten an einen Rechner übertragen“, erläutert Peter Volmer. : Herr Volmer hat den Vertrieb seit Beginn des Jahres auf Deutschland und Österreich beschränkt. Traktorführer wird entlastet „Durch ein eigenprogrammiertes Maschinenprogramm werden die Pflanzenreihen erkannt. So können elektrohydraulische Funktionen aktiviert werden, die die Mechanik bewegen.“ Der Traktorführer kann sich so voll aufs Fahren konzentrieren sogar auch in Verbindung mit der GPS- sowie RTK- Steuerung das automatische Lenken des Schleppers mit der Hacke harmonieren lassen. Ist bei der Aussaat zum Beispiel ein leichter Versatz in den Reihen passiert, werden die Hacken kurzzeitig parallel verschoben und so der frühere Fehler ausgeglichen. Dadurch lassen sich höhere Arbeitsgeschwindigkeiten bei gleichzeitig größerer Präzision erreichen. Der Fahrer kann an einem Monitor in der Traktorkabine nicht nur die Arbeitsgeschwindigkeit ablesen, sondern auch den Kontrast der Kamera sowie die Abweichung von der Ideallinie. So kann der Maschinenführer frühzeitig reagieren und zum Beispiel Arbeitsscheinwerfer zuschalten um den Kontrast zu erhöhen. Anders als bei der chemischen Unkrautbekämpfung kann das Prozedere bei Bedarf problemlos ohne weiteren Material- einsatz wiederholt werden. Unkraut wird der Garaus gemacht Mit einem weiteren Garford-Arbeitsgerät – dem robocrop inrow weeder – funktioniert das Ganze nicht nur zwischen den jeweiligen Anbaureihen, sondern auch zwischen den einzelnen Pflanzen. Auch dies macht die hohe Kameraauflösung möglich, die über den Farbwert und den Kontrast zum Beispiel auch den Unterschied zwischen der Nutzpflanze und Löwenzahn erkennt, selbst wenn dieser noch keine Blüte ausgebildet hat. Während die Jätscheibe ersteres unbehelligt lässt, wird dem Unkraut gründlich der Garaus gemacht. Die Kamera identifiziert die Pflanzen schon im frühen Feldaufgang. Aber auch bei kniehohen Gewächsen ist noch ein Einsatz möglich. 50 Mobile Maschinen 5/2017

SPECIAL I AGRITECHNICA Das Arbeitsgerät im Einsatz bit.ly/RobocropInrow Dieses Video zeigt den Garford Robocrop Inrow Weeder im Einsatz. Auch hier beeindruckt neben der Präzision die Geschwindigkeit. : Eine neue Kameratechnologie erfasst vier statt bisher drei Pflanzen pro Sekunde. „Ein 6 Meter breites System kann bei einem Pflanzabstand von 50 cm mit einer Geschwindigkeit von 5,4 km/h fahren. Wir erzielen so eine Arbeitsleistung von 4 ha pro Stunde“, rechnet Volmer vor. 98 % des Unkrauts werden dabei vernichtet. Der inter row-Multifunktionsrahmen lässt sich zwischen 12 und 75 cm Reihenabstand umbauen. Das System lässt sich auch mit entsprechendem Zubehör für die ergänzende chemische Unkrautbekämpfung ausrüsten. Da der Computer genau weiß, wo die einzelnen Pflanzen stehen, kann das Unkrautvernichtungsmittel gezielt und verlustfrei eingesetzt werden. Der Chemiebedarf reduziert sich dadurch um mindestens 70 %. Fotos: Garford www.pvactiv.de 01 Peter Volmer (l.) vertreibt exklusiv in Deutschland, Österreich und der Schweiz, die Landmaschinen des britischen Mittelständlers Phillip Garford (r.) 02 Auf einem Monitor in der Traktorkabine können Arbeitsgeschwindigkeit, Kontrast der Kamera sowie die Abweichung von der Ideallinie abgelesen werden Ob Diesel, Benzin oder Gas. Alles KUBOTA. Industriemotoren mit vergleichbaren Einbaumaßen bei alternativen Kraftstoffen, auch als Dual-Fuel-Ausführung. Wählen Sie Ihren Motor – von 5 bis 95 kW. www.kubota-eu.com Besuchen Sie uns in Halle 16, Stand D53