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Mobile Maschinen 5/2017

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AGRITECHNICA I SPECIAL

AGRITECHNICA I SPECIAL Vermeidung von Schäden an der Flugzeughülle Kollisionsvermeidungs- und -dokumentationssystem für Flugvorfeld-Fahrzeuge Halle 15/Stand F49 Halle A5/Stand 930 Ab kommenden Sommer gelten auf Flughäfen neue Regeln. Dann müssen bei Flugvorfeld-Fahrzeugen Maßnahmen zur Verhinderung und Dokumentation von schadhaften Kontakten mit der Hülle eines Flugzeuges ergriffen werden. STW bietet hierfür entsprechende Hard- und Software. Stefan A. Lang, Abteilungsleiter Systeme & Lösungen bei STW Auf dem Flugvorfeld sind heute eine ganze Menge verschiedener Fahrzeuge – sogenanntes Ground Support Equipment (GSE) - mit unterschiedlichsten Aufgaben unterwegs. Viele von ihnen müssen sich dabei so nah wie möglich an das Flugzeug annähern, um ihre spezifische Aufgabe wie beispielsweise das Fördern von Gepäck effektiv lösen zu können. Bei diesen Annäherungen kommt es aufgrund zu hoher Annäherungsgeschwindigkeiten oder Unachtsamkeit der Fahrzeug-Operator immer wieder zu physikalischen Kontakten der Fahrzeuge oder ihrer Aufbauten mit dem Flugzeug, welche wiederum bei zu großer Krafteinwirkung enorme Schäden am Flugzeug anrichten können. Nicht immer sind diese Schäden direkt sichtbar oder bewertbar, was zu einer immensen Gefährdung von Menschen, Flugzeug und Fracht führt. Die International Air Transport Association (IATA) schreibt in ihrem Airport Handling Manual (AHM) ab dem 01.07.2018 für neu hergestelltes GSE und ab dem 01.01.2020 für bereits im Einsatz befindliches GSE auf dem Flugvorfeld Maßnahmen für die Verhinderung und Dokumentation von schadhaften Kontakten mit der Hülle eines Flugzeuges vor. Darin ist vorgeschrieben, wie sich GSE an ein Flugzeug anzunähern haben und dass eine Dokumentation des jeweiligen Kontaktes und eine Verständigung von Service- Per sonal zur Begutachtung der Kontaktstelle erfolgen müssen. Um den Bediener der Fahrzeuge in die Lage zu versetzen, AHM-konform reagieren zu können, sind neue Systeme nötig. Dabei steht neben der Vermeidung von Kontakten mit der Flugzeughülle die Dokumentation eines solchen Kontaktes im Fokus der geforderten Systeme. Kollisionsvermeidung und Monitoring Die wesentliche Herausforderung bei der Entwicklung einer entsprechenden Lösung stellt die Berücksichtigung mehrerer geforderter Komponenten dar: entfernungsabhängige Aktionen und Reaktionen des Bedieners und automatische Reaktionen des Fahrzeugs. Ein Verständnis dieser Thematik ist äußerst wichtig für die Implementierung der entsprechenden Funktionalitäten auf dem GSE. Je nach Abstand des Fahrzeugs gegenüber dem Flugzeug muss eine Geschwindigkeitsänderung bis hin zum Stopp realisiert werden. Dies macht die Nutzung von zusätzlichen Sensoren notwendig. Ebenfalls zu den geforderten Funktionalitäten gehört eine Einrichtung, welche den Kontakt mit der Flugzeughülle feststellt, eine Dokumentation dieses Vorganges durchführt und gegebenenfalls eine Begutachtung der entsprechenden Stelle durch einen Servicetechniker auslöst. Um den Anforderungen der AHM zu genügen, besteht das Herzstück des CMX aus 38 Mobile Maschinen 5/2017

SPECIAL I AGRITECHNICA einer elektronischen Steuerung und einer Telekommunikationslösung sowie einer Reihe von Sensoren, die je nach Bedarf um Display, Drucker, visuelle und auditive Elemente ergänzt werden können. Mit dieser offenen Lösungsarchitektur kann spezifisch auf die Bedürfnisse der einzelnen Hersteller und FBOs (Dienstleister in Sachen Flughafenhandling) eingegangen werden. Auf Wunsch auch mit Cloudanbindung Das CMX dient vornehmlich der Kollisionsvermeidung und dem Kollisionsmonitoring. Durch die Auswertung von sensorischen Abstandsinformationen bis hin zum physikalischen Kontakt werden automatisch Geschwindigkeiten des Fahrzeugs bis hin zum Stopp geregelt, so dass bei normaler Bedienung des Fahrzeugs kein Kontakt mehr mit dem Flugzeug entsteht. Damit wird die Einbringung von Energie auf die Flugzeugoberfläche und somit schadhafte Events vermieden. Sollte es dennoch – zum Beispiel aufgrund äußerer Umstände – zu einem Kontakt mit der Flugzeughülle kommen, so erfasst das CMX dies und speichert den Kontakt inklusive Zeitstempel und GPS-Ortung für eine Auswertung ab. Diese Information kann je nach Wunsch direkt in der Kabine eingesehen werden, per USB- Stick vom Fahrzeug abgeholt werden oder direkt im Büro des FBO per Cloud-Dienste verfügbar gemacht werden. Gleichzeitig wird der Operator des GSE darauf hingewiesen, sich mit dem Service- Personal in Verbindung zu setzen, um eine Begutachtung des hergestellten Kontaktes mit dem Flugzeug durchzuführen. Dieser Flussdiagramm zum Download Über den untenstehenden Link oder den QR-Code gelangen Sie zu einem umfassenden, hochauflösenden Flussdiagramm der Zusammenhänge der neuen Richtlinien. Es ermöglicht ein intuitives Verständnis der umfangreichen Maßnahmen der IATA AHM. https:www.sensor-technik.de/de/download Benachrichtigungsvorgang kann durch die CMX-Lösung auch automatisiert durchgeführt werden, so dass diese Aktivität durch den Operator entfällt. Auch diese automatische Alarmierung kann im Büro des FBO per Cloud-Dienste eintreffen und zur weiteren Verwendung genutzt werden. Da GSE durch die CMX-Lösung umfangreich digitalisiert werden, können zusätz liche Statusinformationen der Fahrzeuge ebenfalls per Cloud zentral verfügbar gemacht werden und für ein Asset Management der gesamten GSE-Flotte benutzt werden. Zusätzlich werden durch die Digitalisierung weitere Funktionen möglich, wie beispielsweise eine Operator-Authentifizierung. Frei skalierbar neue Potenziale erschließen Die Flexibilität der CMX-Lösung bietet einen hohen Mehrwert, da sie sowohl im OEM, als auch im Retrofit-Bereich eingesetzt werden kann und die GSE-Vehikel AHM-konform macht. Je nach vorhandener Fahrzeuginfrastruktur kann die CMX mehr oder weniger Aufgaben übernehmen, auch über die Forderungen der AHM hinaus. Das System ist skalierbar. So lassen sich beispielsweise Fahrzeuge ohne elektronische Steuerung mit Hilfe der CMX in vielen Bereichen digitalisieren und auf ein neues Level an Funktionalität heben. Mit der integrierten Telekommunikationslösung können Infos aus dem Fahrzeug auf mobile Endgerätet gespiegelt werden, um den Wartungszugang einfacher zu gestalten. Über diesen Zugang kann auch das auf dem Fahrzeug erzeugte Kollisionsdokument dargestellt und vom Service-Personal ausgewertet werden. Durch die Kombination aus Steuerung und Telekommunikation ergeben sich neue Nutzungsprofile und Optimierungsansätze neben der AHMkonformen Lösung des Annäherungsprozesses. STW auf der interairport Europe vom 10.- 13. Oktober in München: Halle A5, Stand 930 Bild: Anlaufbild hxdyl/Shutterstock www.sensor-technik.de Wechseln Sie jetzt das Lager Online passendes Gewindelager finden und berechnen: igus.de/dryspin-Experte 100% Schmierung & 40% Kosten sparen plastics for longer life ® 4x leiser als Kugelgewindetriebe, 5x höhere Lebensdauer und10% höherer Wirkungsgrad im Vergleich zu anderen Steilgewinden. igus ® hat mit dem dryspin ® Programm die Gewindetechnologie weiterentwickelt – mit einer speziellen asymmetrischen Geometrie. Getestete Lebensdauer. Sofort verfügbar. Online berechenbar. igus.de/Gewindelagerwechsel Tel. 02203-9649-145 info@igus.de Besuchen Sie uns: AGRITECHNIKA, Hannover – Halle 18 Stand E17 | SPS IPC Drives, Nürnberg – Halle 4 Stand 310 Igus.indd 1 14.09.2017 10:52:03 Mobile Maschinen 5/2017 39