Aufrufe
vor 1 Jahr

Mobile Maschinen 5/2015

Mobile Maschinen 5/2015

VERNETZUNG Vertrauen =

VERNETZUNG Vertrauen = Erfolg KOMMENTAR Maschinen der neuen Generation stellen hohe Anforderungen an IT-Sicherheit Fahrzeuge, die von Hackern gekapert werden und über die der Fahrer jegliche Kontrolle verliert – ein Alptraum für jeden Autofahrer. Dass dieser längst mehr als eine gruselige Vorstellung ist, berichtet das US-Magazin „Wired“: Zwei Sicherheitsexperten gelang es in einem Versuch, Klimaanlagen, Bremsen und die Kraftübertragung eines Jeep Cherokee aus der Ferne zu übernehmen. In einem anderen Fall einige Wochen zuvor wurde bekannt, dass sich BMW-Fahrzeuge, die mit „Connected Drive“ ausgestattet waren, in wenigen Minuten öffnen ließen. Diese Beispiele aus der Automobilbranche lassen sich leicht auf Maschinen für die Bau-, Forst- oder Landwirtschaft übertragen. Denn viele Entwicklungen aus dem Fahrzeug-Umfeld finden auch in mobilen Arbeitsmaschinen Anwendung. Dazu gehören z. B. Telematik-Lösungen, die im Auto bereits unter dem Begriff „Connectivity“ im Einsatz sind. Generell lässt sich sagen, dass immer mehr elektronische Bauteile Funktionen übernehmen und den Arbeitsalltag der Anwender erleichtern. Gleichzeitig bieten sie jedoch Cyberkriminellen neue Angriffsflächen. Werden diese ausgenutzt, kann dies nicht nur für die Anwender gefährlich werden, wie das eingangs be- Malte Pollmann, CEO von Utimaco in Aachen Die wachsende Vernetzung bietet Cyberkriminellen immer mehr Möglichkeiten, Schwachstellen für ihre eigenen Zwecke auszunutzen. Das gilt auch für die Elektronik in mobilen Maschinen. schriebene Beispiel zeigt. Auch den Herstellern droht ein kaum abschätzbarer Schaden, wenn das Unternehmensimage beschädigt wird und Kunden abspringen. Oder würden Sie eine Maschine kaufen, die sich bekanntermaßen fernsteuern lässt und Gefahr für Leib und Leben bedeutet? Langfristig können sich also nur vertrauenswürdige Anbieter am Markt halten. Dieses Vertrauen erfordert ein schlüssiges Konzept für die IT-Sicherheit, das folgende Fragen beantwortet: Wie schützen wir vernetzte Bauteile in mobilen Maschinen gegen Hacks und Attacken? Wie lassen sich klassische IT-Modelle auf die Machine-to-Machine-Kommunikation übertragen, etwa in Bezug auf Patch-Management oder die Einhaltung der Compliance-Vorgaben? Wie bleiben wir Herr über komplexe Produktionsprozesse, wer ist an welcher Stelle verantwortlich für die Informationen und ihre Sicherheit? Die gute Nachricht: Der IT-Sicherheitsmarkt bietet bereits den Vertrauensanker auf technologischer Basis – Hardware Security Module (HSM), die in allen Bereichen für die sichere Ende-zu-Ende-Verschlüsselung sensibler Daten sorgen. Sie stellen alle notwendigen kryptogra fischen Operationen – von der Erzeugung der Schlüssel bis zu ihrer Anwendung - bereit und sind zudem gegen unautorisierten Zugriff geschützt. Dass sich der Einsatz lohnt, zeigen folgende Zahlen: Nach einer Studie des Digitalverbands Bitkom sind rund die Hälfte aller deutschen Firmen in den letzten zwei Jahren bereits Opfer eines Angriffs geworden. Die Folgen können gravierend sein, entziehen doch laut dem Allianz Risk Barometer 70 % der Kunden einem Unternehmen nach einem IT-Vorfall mit Kundendaten das Vertrauen und wechseln den Anbieter. Hardware Security Module sorgen für eine sichere Verschlüsselung sensibler Daten Von den hohen Folgekosten eines Angriffs ganz zu schweigen. Kurz: Mit einer zuverlässigen Verschlüsselung auf Hardware-Basis können sich Hersteller von mobilen Arbeitsmaschinen langfristig das Vertrauen ihrer Kunden und Partner sichern – und damit erfolgreich am Markt agieren. Bilder: Utimaco www.utimaco.com 44 Mobile Maschinen 5/2015

STUDIE I VERNETZUNG Der Markt der Zukunft Studie: Marktvolumen für Precision Farming wächst stark Die weltweit wachsende Bevölkerung lässt die Nachfrage nach landwirtschaftlichen Produkten immer weiter ansteigen. Begrenzte Verfügbarkeit von Nutzflächen, der Klimawandel und strengere Vorschriften erhöhen zusätzlich den Effizienzdruck im Agrarsektor. Eine wichtige Antwort auf diese Herausforderungen liefert das Precision Farming. Moderne Technologien ermöglichen eine effizientere Bewirtschaftung landwirtschaftlicher Nutzflächen. Roland Berger Strategy Consultants haben in einer Studie die im Precision Farming liegenden Marktchancen analysiert. Dazu haben die Experten den weltweiten Markt für den Präzisionsackerbau, die Entwicklung zugehöriger Technologien bis 2030 und ihre Auswirkungen auf traditionelle und neue Marktteilnehmer untersucht. Das Ergebnis: fünf innovative Geschäftsmodelle entlang der landwirtschaftlichen Wertschöpfungskette. Chancen erkennen und nutzen „Der Präzisionsackerbau verbindet zahlreiche Technologieanwendungen in verschiedenen Stadien der landwirtschaftlichen Wertschöpfungskette: von der Automationstechnologie über Sensoren für das Geo-Mapping bis hin zur Big Data-Analyse, um Klimaund Bodendaten besser zu bewerten und die Landwirtschaft effizienter zu gestalten“, erklärt Norbert Dressler, Partner von Roland Berger Strategy Consultants. „All diese Applikationsfelder werden in den kommenden Jahren ein starkes Wachstum erleben und damit auch neue, bisher in der Landwirtschaft unbekannte Marktteilnehmer etwa aus dem IT- und Investorensektor, anlocken. Unternehmen sollten deshalb ihre Geschäftsmodelle den Marktentwicklungen anpassen, um in Zukunft von den erheblichen Chancen dieser Industrie zu profitieren.“ Der globale Markt für Precision Farming erreichte Ende 2014 ein Volumen von 2,3 Mrd. Euro – Tendenz steigend. So erwarten die Experten, dass der Markt für intelligente Applikationen für die Landwirtschaft bis 2020 jährlich um durchschnittlich 12 % zunehmen wird – ein deutlich stärkeres Wachstum als bei den landwirtschaftlichen Geräten, deren Marktwachstum auf nur rund 4 % jährlich geschätzt wird. Lokal betrachtet erwarten die Consultants für Asien die größten Wachstumsraten: bis zu 20 %. Marktchancen im Precision Farming Aufgrund dieser Entwicklung ergeben sich fünf neue Geschäftsmodelle für die Marktteilnehmer: n Integratoren bieten One-Stop-Lösungen im B2B- und B2C-Bereich, wie etwa Softwaresysteme, um die Planung und Nutzung der Ressourcen zu optimieren. Integratoren agieren oft in Zusammenarbeit mit weiteren Firmen und bieten so größeren Unternehmen komplette Lösungs pakete aus einer Hand. n Dienstleisteraktivitäten rund um die Maschinen fokussieren sich auf Produkte und Beratungsleistungen für autonome und vernetzte Landwirtschaftsgeräte. n Dienstleister rund um das Saatgut bieten Produkte zur Erhöhung der Effizienz beim Einsatz von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln, um das Ertragspotenzial optimal auszunutzen. n Dienstleister für Business Intelligence sind als Vermittler zwischen Kunden und Lieferanten tätig und unterstützen Firmen dabei, ihre Daten zu erfassen und auszuwerten. Ziel ist es, die nötigen Ressourcen effizient zu nutzen. n Private Investoren und Rohstoffhändler investieren in innovative Spitzentechnologien und unterstützen so die Standardisierung von Prozessen. Neue Marktteilnehmer drängen immer schneller und aggressiver in den Markt und setzen traditionelle Anbieter zunehmend unter Druck. „Precision Farming wird den Landwirtschaftssektor stark verändern. Nur wenn Unternehmen in der Lage sind, ihr Geschäftsmodell schnell an die neuen Marktgegebenheiten anzupassen, können sie das erhebliche Potenzial der Branche für sich nutzen“, fasst Dressler zusammen. Bild: Fotolia www.rolandberger.com Der Link zur Studie Hier können Sie die gesamte Studie „Business opportunities in Precision Farming“ herunterladen. http://bit.ly/RBSCStudie Mobile Maschinen 5/2015 45