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Mobile Maschinen 5/2015

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AGRITECHNICA I

AGRITECHNICA I WÄLZLAGER Extrem-Einsatz für Wälzlager Kundenspezifische Lagereinheiten in Sämaschinen Jörg Wagner Die Aussichten auf eine lange Lebensdauer eines Standard-Wälzlagers in Arbeitswerkzeugen einer Landmaschine sind angesichts der anspruchsvollen Bedingungen eher gering. Premium-Hersteller der Agrartechnik setzen daher auf kunden- und anwendungsspezifische Wälzlager, wie das Beispiel der Kverneland Group zeigt. Jörg Wagner, Sector Manager Agriculture, NSK Deutschland GmbH in Ratingen Die Soester Börde gehört zu den fruchtbarsten Regionen Europas. Kein Zufall also, dass dort der Standort des Kompetenzzentrums „Sätechnik“ und Sitz des Geschäftsbereichs „Bodenbearbeitung“ der Kverneland-Gruppe ansässig ist. In Soest werden die Sä- und Drillmaschinen der Marke Kverneland sowohl entwickelt als auch in großen Stückzahlen produziert. Die Maschinen des Herstellers sind in Europa stark gefragt, und seit der Übernahme durch den Kubota-Konzern im Jahr 2012 erschließen sich dem Unternehmen zudem neue Märkte in den USA und Asien. Hohe Präzision unter widrigen Bedingungen In Soest fertigen die Experten hochpräzise Sämaschinen mit Arbeitsbreiten von 3 bis 12 m wie z. B. die Serie der Universal Säkombination u-drill und pneumatische Einzelkorn-Sämaschinen wie die Optima- Serie für Mais, Sonnenblumen, Rüben und Raps sowie die Miniair-Serie für Gemüse. Um die Umgebungsbedingungen kennenzulernen, muss man die Maschinen bei der Aussaat sehen – oder sie nach getaner Arbeit anschauen. Besonders hoch sind die Beanspruchungen an die Komponenten, die im Arbeitsschritt der Saatbettbereitung eingesetzt werden. Dazu gehört auch das Scheibeneggensegment der u-drill. Es lockert die oberste Erdschicht auf und durchmischt den Boden, bevor die un mittelbar nachfolgenden Säschare die Furchen ziehen, in 38 Mobile Maschinen 5/2015

Ihr Spezialist für Antriebe im Agrarbereich 01 Qualität made in Baden-Württemberg: die Agri Disc Hubs werden im Werk Neuweg in Munderkingen gefertigt, das auf kleine Losgrößen spezialisiert ist 02 Das Dichtungssystem wurde speziell für die Anwendung in der Landtechnik entwickelt denen das Saatgut abgelegt wird. Die scheibenförmigen Werkzeuge der Eggen müssen sich unabhängig von der Bodenbeschaffenheit und der Arbeitstiefe drehen. Deshalb sind Leichtlaufeigenschaften gefragt. Sie fahren mit Arbeitsgeschwindigkeiten bis 18 km/h über unebenen Grund und müssen dabei Schläge durch Steine hinnehmen, die im Boden liegen. Da die Werkzeuge winklig zur Laufrichtung angeordnet sind, wirken dabei starke axiale Belastungen auf die Lagerstellen. Mindestens ebenso kritisch sind Staub, Feuchtigkeit, Schmutz und korrosive Düngemittel. Sie stellen hohe Anforderungen an die Ab dichtung der Lager. Maschinenverfügbarkeit garantieren Wie gehen die Konstrukteure mit diesen Anforderungen um? Dipl.-Ing. Agr. Volker Schanzenbach, R&D-Manager der Kverneland Group Soest GmbH: „Die sehr heterogenen Belastungen, die auf die Lager wirken, lassen sich nicht berechnen. Deshalb sind die Wälzlager von Maschinen der Agrartechnik eigentlich immer deutlich überdimensioniert. Was eine Herausforderung bleibt, ist der Schutz vor Staub und Feuchtigkeit, d. h. die Abdichtung.“ Diese Herausforderung rückt aus zwei Gründen immer stärker in den Blick. Erstens führt der Klimawandel schon jetzt zu stärkerer Trockenheit und somit zu höherer Staubbelastung. Zweitens ist die Effizienz der Maschinen das zentrale Anliegen der Anwender. Volker Schanzenbach: „Zur Effizienz gehören für den Landwirt neben dem Kraftstoffverbrauch und der Arbeitsgeschwindigkeit auch der Service-Aufwand und – ganz wichtig – die Verfügbarkeit der Maschinen.“ Hier kommt den Wälzlagern als typischen Verschleißteilen besondere Bedeutung zu. Dipl.-Ing. Carsten Beier, R&D-Teamleiter Sätechnik, bringt es auf den Punkt: „Ein Wälzlager darf kaputtgehen, aber niemals in der Säzeit. Dann müssen die Maschinen laufen – insbesondere bei Großbetrieben und Lohnunternehmen. Deren Arbeitsmaschinen sind dann nahezu 100% im Einsatz, es gibt keine Pufferzeiten und ein Ausfall bedeutet reduzierten Profit.“ Da pro Meter Arbeitsbreite acht Werkzeuge den Boden bearbeiten, sind die Maschinen mit maximal 48 dieser hochbelasteten Wälzlager ausgestattet. Umso wichtiger ist die Lebensdauer der Lager. Volker Schanzenbach: „Der Einsatz hochwertiger Lager ist aus Anwendersicht ein klarer Pluspunkt, denn der Nutzen im Hinblick auf Verfügbarkeit und Ausfallsicherheit ist hoch.“ Die Herausforderung gemeistert Aus diesen Gründen trat Kverneland an NSK heran mit dem Ziel, eine robuste und langlebige Lagereinheit für exakt diese Anwendung zu entwickeln. Das Ergebnis: die Agri Disc Hubs. Sie kommen in den Boden- Ihre Vorteile mit unseren Produkten: Robust gegen stärkste Erschütterungen Unempfindlich gegen Staub, Wasser und Chemikalien Langlebig und zuverlässig Effizient und kompakt Plug & Play Exakte Steuerung Dezentrale Regelung durch integrierte Elektronik Kählig Antriebstechnik GmbH Pappelweg 4 30179 Hannover Tel: +49 (0)511 674 93 0 Fax: +49 (0)511 674 93 67 info@kag-hannover.de www.kag-hannover.de

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