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Mobile Maschinen 4/2019

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01 01 Wichtig für den

01 01 Wichtig für den Betrieb im Schlammwasser sind die dreilippigen Dichtungen, die in jeder Stellung eine Kontamination des Lagers verhindern 02 Die SRU-Pendelrollenlagereinheiten wurden über 190 Stunden einem Betrieb im Schlammwasser ausgesetzt und bewiesen dabei im Vergleich zu Stehlagern eine erhöhte Lebensdauer eine besonders unkomplizierte und sichere Befestigung sorgt Z-Lock, ein besonderes Verriegelungssystem: Es garantiert dank der gleichmäßigen 360°-Kontaktfläche extrem hohe Haltekräfte, ohne die Welle zu beschädigen und ohne die Lagerluft und den Rundlauf des Lagereinsatzes negativ zu beeinflussen. Wichtig für die vorliegende Anwendung des Kunden ist, dass die Lagereinheiten mit dreilippigen Dichtungen ausgestattet sind, die speziell für den Einsatz unter starken Belastungen konzipiert sind. Im Gegensatz zu herkömmlichen Lösungen kann sich das Dichtungssystem nämlich um ± 2° selbst ausrichten und somit Fluchtungsfehler und Wellendurchbiegungen ausgleichen. Im Gegensatz zu anderen Lösungen lässt sich so in jeder Stellung eine optimale Abdichtung gewährleisten. Auch bei maximaler Ausgleichsstellung des Lagers wird der positive Kontakt mit einem speziellen Dichtungsblech dauerhaft gehalten. „Wir sehen hervorragende Einsatzmöglichkeiten der Einheiten vor allem bei der Fördertechnik von Schüttgut oder in landwirtschaftlichen Maschinen, Systemen wie Förderschnecken von Biogasanlagen oder als Hauptwellenlager von Anbaugeräten“, so Findling. „Auch in Großsägeanlagen für Holz und Aluminium bewähren sich die SRU-Lager.“ Über einen Betrieb im Schlammwasser gab es bisher keine Erfahrungswerte – obwohl die Einheiten rein theoretisch auch diese Herausforderung bewältigen sollten. Der Kunde musste daher sichergehen, ob dies auch in der Praxis der Fall sein würde. Eine Testreihe sollte den Beweis erbringen. 02 fertig installierten Satz aus Lager und Gehäuse aus hochfestem Gusseisen (GGG). Die abgedichteten Lagereinheiten sind mit einem extrem robusten und hoch belastbaren Pendelrollenlager ausgestattet. Im Vergleich zu Standard-Gehäuselagern sind die Tragzahlen um ein Vielfaches höher. Die Lösung wirkt zudem winkelfehlerausgleichend, bietet einen hohen Drehzahlbereich und gewährleistet extrem hohe Haltekräfte auf der Welle. Eine einzige, bereits vorgefettete Komponente deckt sowohl Fest- als auch Loslagerung ab. Die Montage ist einfach und wenig fehleranfällig. Für GEHÄUSELAGER AUF DEM PRÜFSTAND Im Testaufbau wurden insgesamt vier Gehäuselager auf Stahlträgern kopfüber montiert und so eingestellt, dass sie je ein Festlager und ein Loslager bildeten. Nachdem die Fest- und Loslager zueinander winkelversetzt waren, wurden Wellen mit Kreuzgelenken eingesetzt. Die Stahlträger befanden sich in einem Behälter, der im Rahmen des Versuchs regelmäßig mit Schlammwasser vollgepumpt wurde, sodass die Gehäuselager samt Wellen und Kreuzgelenken im Schlammwasser lagen. „Nachdem die Einheiten nicht aus Edelstahl gefertigt oder speziell beschichtet sind, konnten wir der Korrosion nur mit einer automatisierten Schmierstoffversorgung vorbeugen“, erläutert Findling. Zu diesem Zweck installierten die Experten an jedem Lager einen Befettungsautomaten der Firma FYH, der regelmäßig eine definierte Fettmenge an das Lager abgab. Dabei wird das kontaminierte Schmierfett verdrängt und ausgetauscht. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Die SRU-Pendelrollenlagereinheiten fielen erst nach 601 Stunden aus – zu diesem Zeitpunkt hatten Sie bereits 190 Stunden Betrieb im Schlammwasser hinter sich. „Der Test zeigt, dass auch bei solch extremen Belastungen eine sehr gute Lauflebensdauer erzielt werden kann“, betont Findling. „Die Rostbildung durch das Wasser ist zwar so stark, dass im Laufe der Zeit die Käfige, Rollen und Laufbahnen angegriffen wurden und 20 Mobile Maschinen 2019/04 www.mobile-maschinen.info

zum Ausfall führten. Im Vergleich mit bisher eingesetzten geteilten Stehlagern war das testende Unternehmen jedoch trotzdem zufrieden.“ EIN NEUARTIGES BEFESTIGUNGSSYSTEM SPART ZEIT Insbesondere begeisterte die einfache Montage und Demontage während der Testphase, die nur wenige Minuten in Anspruch nahm. Mit geteilten Stehlagern hatte das Unternehmen bisher größte Probleme, diese überhaupt von der Welle herunter zu bekommen, außerdem waren diverse schwere Werkzeuge nötig. Im Fall der SRU-Einheiten reichten ein Sechskantschlüssel und ein handelsüblicher Hammer. Verantwortlich dafür ist eine vollkommen neue Befestigungsart, die der Hersteller FYH entwickelt hat: Das Verriegelungssystem Z-Lock basiert auf einem Spannring mit kegeligem Außendurchmesser. Der Anwender zieht über vier Innensechskantschrauben die Verschlussschrauben an, sodass sich der spezielle Spannring über die geschlitzte Hülse schiebt, gegen die Welle presst und damit verschließt. Auch die Demontage ist extrem einfach und wiederholt durchführbar: Man entfernt zunächst die vier schwarzen Verschlussschrauben, anschließend die zwei silbernen Schrauben und schraubt zwei der deutlich längeren Verschlussschrauben dort hinein. Diese stützen sich am Spannring ab und drücken die Verschlusshülse vom Konus herunter. Die Welle kommt frei und das Lager lässt sich leicht über die Welle entfernen. Im nächsten Schritt möchte der Kunde prüfen, ob die SRU- Einheiten mit einem entsprechenden Korrosionsschutz ausgestattet werden können, um dieses Problem weiter einzuschränken. Sofern dies gelingt, steht einem wartungsarmen Einsatz im Schlammwasser nichts mehr im Wege. „Gerade im Baumaschinenbereich oder der Landwirtschaft können diese Lösungen die Total Cost of Ownership senken“, so Findling abschließend. „Geringere Wartungsintervalle, die schnelle Montage und Demontage sowie die Wiederverwendbarkeit des Gehäuses bei Austausch nur des Pendelrollenlager­ Einsatzes sind die positiven Faktoren.“ Bilder: Aufmacher Fotolia, sonstige Findling Wälzlager www.findling.com DIREKTER KONTAKT Klaus Findling Geschäftsführer info@findling.com

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