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Mobile Maschinen 4/2018

Mobile Maschinen 4/2018

ISOBUS-SYSTEME DIE

ISOBUS-SYSTEME DIE ZUKUNFT DES ISOBUS ISOBUS als standardisierte Kommunikationstechnologie für Traktor-/ Gerätekombinationen basiert auf der Norm ISO 11783 und ist heute State of the Art in der Landtechnikindustrie. Jedoch entstehen derzeit viele neue Herausforderungen in den Bereichen Automatisierung, Connectivity, funktionale Sicherheit und Datensicherheit. Die ISOBUS- Community widmet sich diesen Themen und macht den ISOBUS durch neue Standardisierungsprojekte fit für die Zukunft. 38 Mobile Maschinen 2018/04 www.mobile-maschinen.info

Autoren: Dr. Matthias Rothmund, Manager Products and Sales, ISOBUS-Experts-Team, OSB AG, München; José Ogara, Product Manager Smart IoT, TT-Control GmbH, Wien, Österreich Vor zehn Jahren wurde die AEF, die Agricultural Industry Electronics Foundation, von Landtechnikherstellern und Zulieferern gegründet, um die Kompatibilität und Akzeptanz von ISOBUS-Systemen im Markt zu fördern. Die meisten Traktoren werden heute mit integrierten ISOBUS-Systemen sowie -Terminals produziert und viele Hersteller bieten kompatible Anbaugeräte an. Der Nutzen für die Landwirte: Anbaugeräte können vom Traktor aus bedient werden, ohne gerätespezifische Terminals und Bedienelemente zu in stallieren. GPS-basierte Funktionen wie Section Control können einfach und flexibel mit mehreren Geräten genutzt werden. Zugleich wachsen auch die Erwartungen aus der Praxis, welche weiteren Funktionen in Zukunft im Hinblick auf Automatisierung und Digitali sierung mit dem ISOBUS ermöglicht werden können. WEITERE SCHRITTE IN DIE VERNETZUNG Tractor Implement Management (TIM), also die Steuerung des Traktors durch das Anbaugerät, wird als ISOBUS-Funktion in naher Zukunft marktfähig sein. Jedoch befindet sich die Standardisierung bereits auf dem Weg zum nächsten großen Schritt: Die Automatisierung über mehrere Fahrzeuge hinweg, wie das Überladen von der Erntemaschine auf ein Abfuhrfahrzeug. Dazu wird der ISOBUS erstmals drahtlos arbeiten. Ein weiterer Schritt ist die Vernetzung von ISOBUS-Systemen mit unterschiedlichsten Anwendungen in der Cloud. Das Arbeitsgerät liefert z. B. Sensorinformationen an einen Service im Internet, der Prozessentscheidungen trifft und in Echtzeit Steuerkommandos an das Gerät zurückliefert. HERAUSFORDERUNGEN AN DIE SICHERHEIT Der ISOBUS arbeitet heute mit 250 kBit/s und häufig bereits mit hohen Buslasten. Das Hinzufügen immer neuer Funktionen, Sensoren und vor allem von Kameras, stellt hier deutlich höhere Anforderungen. Deshalb wird mit Hochdruck an der Entwicklung des High- Speed-ISOBUS, basierend auf Gbit-Ethernet- Technologie, gearbeitet. Eine Aufgabe ist dabei, die Kompatibilität von klassischem und High- Speed-ISOBUS herzustellen. Zu den großen Herausforderungen in den Entwicklungsabteilungen der Hersteller gehört heute die Umsetzung der Anforderungen an die funktionale Sicherheit nach ISO 25119 und an die bei der Datenübertragung. Je nach Gefährlichkeit der Steuerungsfunktionen sind unterschiedliche Levels bei der Hard- und Softwareentwicklung zu beachten. Bei der Automatisierung über Maschinengrenzen hinweg müssen Kommunikationswege vor nicht-autorisiertem Zugriff geschützt werden. Dies wurde für ISOBUS erstmals im TIM­ Projekt umgesetzt und wird zukünftig auch für die drahtlose Automatisierung und vernetzte Systeme benötigt. FÜR DIE ZUKUNFT GERÜSTET Mit dem steigenden Umfang der Softwarefunktionen verstärken Hersteller derzeit ihre Entwicklungsteams. Dabei ist es wichtig, sich auf jene Teile zu konzentrieren, die vor allem Kundennutzen schaffen. ISOBUS-Komponenten, die die genormten Funktionen abbilden müssen sind zwar funktionsfähig, tragen aber kaum zur Wettbewerbsfähigkeit bei. Gleichzeitig werden diese durch neue Funktionen und Anforderungen an funktionale Sicherheit immer komplexer und der Aufwand für die Softwarepflege wächst. Die Lösung besteht in der Lizenzierung von ISOBUS-Basissoftware von Zulieferern. Der Einkauf von Hardwarekomponenten mit bereits integrierten ISOBUS-Programmbibliotheken bietet hier eine zusätzliche Erleichterung. Ein Beispiel für einen unabhängigen I SOBUS­ Software-Stack ist die ISOAgLib Safety Edition der OSB AG, entwickelt nach ISO 25119, Software Requirement Level 2. Dieser kann direkt lizenziert werden oder ist bereits integriert in Hardware von TTControl, einem führenden Hersteller von funktional sicheren Steuer geräten für mobile Arbeitsmaschinen. Das Produktportfolio von TTControl umfasst neben Ethernetbasierenden Gateways auch Cloud-Connectivity- Lösungen und sicherheitszertifizierte Steuergeräte sowie I/O-Module und ist somit ein kompetenter Partner, um sowohl heutige als auch zukünftige ISOBUS-Funktionalitäten und Standards abzudecken. Der positive Effekt für die Hersteller: Entwickler können sich auf die eigentlichen Steuerungsfunktionen der Maschinen konzentrieren und müssen sich nicht mit der Komplexität der ISOBUS-Schicht beschäftigen. www.ttcontrol.com www.mobile-maschinen.info Mobile Maschinen 2018/04 39

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