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Mobile Maschinen 4/2017

Mobile Maschinen 4/2017

VERBRENNUNGSMOTOREN I

VERBRENNUNGSMOTOREN I SPECIAL Das Herz des Brechers Motorenplattform für mobilen Prallbrecher Kleinstes Korn aus tonnenschwerem Fels – mobile Brechanlagen machen es möglich. Damit diese effizient: ihrem Gewerk nachgehen können, muss der Motor besondere Eigenschaften mitbringen. Welche das sind, haben wir beim Brechanlagen-Hersteller Kleemann, einem Unternehmen der Wirtgen-Gruppe, in Göppingen erfahren. Hier sprachen wir mit Vertretern des OEM und des Motorenzulieferers Scania. Irgendwo auf einer der zahlreichen Autobahnbaustellen in Deutschland. Der Kleemann Mobirex 130 Zi EVO 2 geht seinem Tagewerk nach: Er wird mit bis zu 1,1 auf 0,7 m großen Beton- und Asphaltbrocken gefüttert, zermalmt diese, käut sie wieder und zerkleinert sie weiter bis er schließlich nur noch kleinstes Rohmaterial in der gewünschten Korngröße unter 45 mm über sein Austrageband ausspuckt. So könnte man einen typischen Einsatz des mobilen Prallbrechers aus dem Hause Kleemann etwas blumig zusammenfassen. Bei mobilen Brechanlagen gibt es verschiedene Prozessprinzipien. Der Mobirex 130 Zi EVO 2 ist ein Prallbrecher: Das Gestein wird über den Einlauf in den Brecher eingegeben. Dessen Rotor mit einem Durchmesser von 1 200 mm dreht sich ähnlich einem Küchenmixer sehr schnell und schleudert so das eingegebene Rohmaterial gegen die Prallschwinge. „Bereits bei der ersten Berührung des Gesteins mit dem Brecher zerschellt es, bedingt durch die hohe Dynamik. Im weiteren Prozess wird das zu brechende Gut immer wieder durch den Rotor aufgenommen und gegen die Prallschwinge geschleudert bis es letztlich durch einen vordefinierten Spalt hindurchfällt. Dann ist das Endprodukt mit der gewünschten Korngröße und -form erreicht“, erläutert Otto Blessing, Leiter Entwicklung & Konstruktion Komponenten und Systeme bei Kleemann den Brechprozess. Der Prallbrecher erzeugt gegenüber anderen Brechformen das qualitativ hochwertigste Endkorn. Die optimierte Kubizität des Endprodukts bedingt, dass das prallgebrochene Korn belastbarer ist. Baukastenprinzip bietet viele Vorteile Dieser Prozess benötigt einen Motor, der leistungsfähig und den widrigsten Umweltbedingungen gewachsen ist. Gleichzeitig muss er jedoch sparsam im Verbrauch sein. Kleemann setzt beim Mobirex auf die 13-Liter- Motorenplattform von Scania. Die Vorteile erläutert Jörg Franzke, Leiter Verkauf Motoren

SPECIAL I VERBRENNUNGSMOTOREN Scania auf der Steinexpo 2017 Mit zwei Scania Industriemotoren, einer SCR-Einheit und einem Baufahrzeug mit neuem Scania G-Fahrerhaus ist Scania Deutschland vom 30. August bis 2. September 2017 auf der Steinexpo im Basaltsteinbruch in Nieder-Ofleiden vertreten. Bei den ausgestellten Motoren im Bereich der Demo-Fläche B handelt es sich um einen DC13-Industriemotor für EU Stufe V, der als 13-Liter-Reihensechszylinder eine Leistung von 257 bis 405 kW bietet, sowie einen DC16-Industriemotor mit XPI für US Tier 4f, der als 16,4-Liter-V8-Dieselmotor 405 bis 566 kW bereit stellt. Gezeigt wird auch eine Scania SCR-Einheit für Stufe V. bei Scania Deutschland: „Unsere Motorenplattform ist modular aufgebaut. Das Baukastensystem ermöglicht einen flexiblen Einbau in die Maschine. So sind wir in der Lage, unseren Kunden sehr schnell eine individuelle Lösung anzubieten. Wenn wir in die Zukunft blicken, ist bei der Umstellung von Stufe IV auf Stufe V zudem kein großer Aufwand nötig, da wir die Motorenplattform beibehalten.“ Der Motorenbaukasten ist dabei auf die Bedürfnisse der Kunden angepasst, wie Otto Blessing betont: „In der Vergangenheit haben auch Sonderanforderungen, die wir an Scania herangetragen haben, den Weg ins Standardportfolio der Serienmotoren gefunden, z. B. eine Heavy-Duty-Fan-Variante. So sind wir in der Lage unsere besonderen Kleemann-Anforderungen als Serie bei Scania zu bestellen.“ Service ist Trumpf Neben den reinen Leistungsdaten des Motors waren jedoch noch weitere Qualitäten gefragt. Bei einer Maschine, die so essenziell im Prozess verankert ist, wie einer Brechanlage, ist die Maschinenverfügbarkeit von größter Wichtigkeit. Steht der Brecher, steht der gesamte Prozess still. Die Maschinenverfügbarkeit steht und fällt auch mit der Verfügbarkeit des Motors. Kleemann suchte einen Partner, der einen ausgezeichneten Service bieten kann. Scania profitiert in dieser Hinsicht von seinem weltweiten Servicenetz aus den Sparten Lkw und Bus, die das Unternehmen ebenfalls erfolgreich betreibt. Etwa 800 Scania Servicestützpunkte weltweit helfen bei Notfällen rund um die Industriemotoren des schwedischen Herstellers. Jörg Franzke erklärt, wie ein Servicefall in der Praxis abläuft: „Zunächst agiert der Wirtgen- bzw. Kleemann-Händler vor Ort. Er stellt eine erste Diagnose und prüft, ob es sich um einen Schaden am Motor handelt. Unter Umständen kann er den Schaden sogar selbst beheben. Falls nicht, folgt die nächste Eskalationsstufe: Über die weltweite Scania Notrufzentrale ‚Scania Assistance‘ wird dann unser nächstgelegener Service- Stützpunkt verständigt und unterstützt die Kleemann-Mitarbeiter.“ Kleemann kann in Wartungs- oder Notfällen auf das globale Support-Netz der Wirtgen-Gruppe bauen. 150 Händler sowie 55 Vertriebs- und Servicegesellschaften unterstützen im Ernstfall. In Verbindung mit dem Servicenetz von Scania gewährleisten sie, dass die Brechanlagen, ganz egal, wo sie auf der Welt lokalisiert sind, möglichst nie stillstehen. Neben der Leistung und Effizienz leistet der Motorenhersteller somit einen entscheidenden Beitrag zur Maschinenverfügbarkeit der Brechanlage. www.scania.de Peter Becker, Redaktion Mobile Maschinen Das Prallbrech-Prinzip Dieses Video verdeutlicht die Vorteile des Kleemann Mobirex sowie das Prinzip des Prallbrechens. http://bit.ly/mobirex 01 Jörg Franzke, Scania Deutschland, präsentiert das Herz der Brechanlage, den 13-l-Motor von Scania 02 Otto Blessing, Kleemann, erläutert die Steuerung des Mobirex