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Mobile Maschinen 4/2016

Mobile Maschinen 4/2016

STEUERUNGEN UND

STEUERUNGEN UND REGELUNGEN I TITEL Großtraktor Fendt 1 000 Vario PS 380 bis 500 Leergewicht 14 Tonnen Höhe 3,6 Meter Geschwindigkeit straßentauglich mit bis zu 60 km/h Höchstgeschwindigkeit Bereifung Großbereifung mit Durchmesser im Heck bis 2,35 m Serienstart September 2015 großen Anforderungen beim Layout. Im Extremfall kann zur gleichen Zeit auf der Platine ein Gesamtstrom von über 250 A fließen. In einer weiteren Version für die Strom- und Leistungsverteilung, die als Reserve vorgesehen ist, wird die Schaltung des Relais nicht von der ZE, sondern von einer externen Quelle vorgenommen. Damit können beliebige Spannungs-/Stromkombinationen realisiert werden. Insgesamt sind auf dem RB über 100 Sicherungs- und 26 Relaissockel verbaut worden. Die Stecker bieten Platz für über 40 Eingänge und 125 Ausgänge. Getestet für den Langzeiteinsatz Aufgrund der langen Einsatzzeiten der Traktoren und der Umweltbedingungen, denen sie ausgesetzt sind, wurde spezielles Augenmerk auf die Qualität der Produkte gelegt. Dafür wurde bereits in der Entwicklungsphase auf bewährte Konzepte zurückgegriffen, die sich dann in den Umweltqualifikationen bestätigen konnten. Hinzu kommt eine Prüfung der Zentralelektriken in der hauseigenen Produktion bei STW. Für die ZE und RB wurden eigene Prüfadapter entwickelt. Diese kommen während des Produktionstests und des Burn-In im Klimaschrank zum Einsatz. Über die ebenfalls im Haus entwickelte Prüfsoftware werden alle Ein- und Ausgänge sowohl bei -40°C als auch bei +85°C angesprochen und sämtliche Funktionen auf den Boards getestet. Bei Fendt angekommen, werden die beiden Einheiten oberhalb eines Hinterrades des Vario 1000 auf einer Montageplatte unter einer Abdeckung angebracht. Obwohl 01 Die Zentralelektrik ZE kümmert sich vorrangig um die Kommunikation mit der Hauptsteuerung und die Übernahme programmierbarer Schaltvorgänge 02 Das Relaisboard RB ist für das Absichern und Schalten der Ströme verantwortlich dies ein relativ trockener Platz ist, sind die Boards mit Polyurethangießharz vergossen, um sie gegen Feuchtigkeit zu schützen. Die Stecker und Sicherungen sind hier leicht zugänglich, was vorteilhaft beim Anbringen des Kabelbaumes ist. Da es sich um eine Niedrig-Spannungsversorgung handelt (es gibt nur 12V- oder 8,5V-Anschlüsse), fallen beide Einheiten unter die Schutzklasse III für elektrische Geräte. Sie sind so angeschlossen, dass auch bei Berührung von leitenden Komponenten keine Gefahr für den Menschen besteht. Damit ist nun auch die Wartungsfreundlichkeit gewährleistet. Potenzial ausgeschöpft? Für Dr. Schmitt ist das Potenzial der Zentralelektriken oder Power Boards und damit der intelligenten Energieverteilung aber noch lange nicht ausgeschöpft. Eine Möglichkeit besteht in zukünftigen Erweiterungen mit Telematikfunktionen, womit ein direkter Fernwartungszugang geschaffen werden kann. Auch die Frage, ob hier zukünftig kundenspezifische Versionen oder Standardprodukte den Markt dominieren, ist noch offen. „Wir sehen hier mehrere Ansätze. Diese reichen von wirklichen Standardprodukten über Varianten mit einer kundenspezifischen Anzahl von E/As in Kombination mit standardisierten Steuerungsmodulen bis hin zu komplett kundenspezifischen Entwicklungen. Im letzten Fall spezifizieren und entwickeln wir zusammen mit dem Kunden die Zentralelektrik mit intelligenten Modulen zur Steuerung und vermehrt zur Vernetzung als eine gemeinsame Baugruppe.“ Hier können schließlich auch zusätzliche Funktionen mit Komponenten wie Motorbrücken oder Schrittmotortreibern realisiert werden. Wie viel Intelligenz schließlich genutzt wird, ist über das Gesamtkonzept des Fahrzeugs festzulegen – und gerade darin steckt das Knowhow eines Fahrzeugherstellers wie Fendt. Bilder: Aufmacher Fendt, 01 + 02 STW www.sensor-technik.de 18 Mobile Maschinen 4/2016

RUBRIZIERUNGSEBEBE 2 I RUBRIZIERUNGSEBENE KAMERA I ZUBEHÖR Durchblick in Echtzeit Ethernet-Kamera mit ultrageringer Latenz Orlaco stellt eine stoßresistente Ethernet-Kamera mit einer 100Mb/s-Verbindung vor. Die EMOS zeigt das Bild fast in Echtzeit an und ist gegen extreme Umgebungsbedingungen resistent, weshalb diese Kamera auch für Hebekrane, schwere (Berg-)Baumaschinen und halbautomatische oder per Fernbedienung gesteuerte Fahrzeuge geeignet ist. Weltweit werden immer mehr Fahrzeuge mit einem Ethernet-Interface ausgerüstet. Mit der neu vorgestellten Ethernet-Kamera stellt sich Orlaco auf diese Entwicklung ein. Die Kamera überzeugt durch ihre kompakten Maße (55 x 60 x 24 mm), das geringe Gewicht (150 g) und den geringen Stromverbrauch (< 2 W). Die EMOS ist mit Objektiven von 180°, 120° und 90° lieferbar. Eine 60° und 30° Variante werden noch im Laufe dieses Jahres auf den Markt kommen. Gestochen scharf bei geringer Latenz Die Produktneuheit von Orlaco ist innerhalb von 2 Sekunden vollständig betriebsbereit. Die maximale Latenz der EMOS beträgt 48 ms bei 30 FPS und 31 ms bei 60 FPS. In Kombination mit einer gängigen Hardware-Plattform wie IMX6 oder ARM beträgt die Gesamtlatenz der Kamera-/Monitorlösung weniger als 100 ms. Die EMOS ist mit der CMOS-Chiptechnik ausgestattet und enthält integrierte Korrekturfunktionen wie einen automatischen Weißabgleich, fotometrische und geometri- sche Linsenkorrekturen und gespiegelte und um 180° gedrehte Bilder. So kann der Nutzer sicher sein, ein gestochen scharfes Bild mit einem maximalen Output der Kamera von 60 FPS bei 720p SDR bis 43 FPS bei 960p HDR zu erhalten. Dank der hohen Lichtsensitivität (0,05 Lux) des Sensors bietet die EMOS außerdem eine ausgezeichnete Nachtsicht. Für extreme Bedingungen konstruiert Die EMOS wurde so konstruiert, dass sie ihre Leistung auch unter extremen Bedingungen erbringt. Die Kamera ist stoßresistent (50 G), vibrationsresistent (15 Grms auf einer Frequenz von 24 bis 2000 Hz) und hält Temperaturen zwischen -40 und +85 °C aus. Die Kamera hat ein Aluminiumgehäuse mit 2k-Beschichtung und ist vollständig wasserdicht (nach IP68/IP69k). Die EMOS kann sogar bis 10 Meter unter Wasser eingesetzt werden. Die Kamera eignet sich dadurch beispielsweise für LKW, Hebekrane und schwere (Berg-)Baumaschinen, bietet aber auch Anwendungsmöglichkeiten für halbautomatische oder per Fernbedienung gesteuerte Fahrzeuge und für Maschinen, die mit Bilderkennung arbeiten. Die EMOS wird mit einem M12 D-codierten Datenkonnektor angeschlossen. Das geschirmte Kabel mit dem angegossenen Konnektor sorgt für einen ausgezeichneten EMC-Wert (100 V/m). Die Kamera kann direkt an die Stromversorgung des Fahrzeugs (8 bis 32 Volt) angeschlossen werden, und ihre Stromzufuhr ist gegen Spannungsspitzen, Überspannungen, Jump Start, Spikes und Rimples abgesichert. Über die Protokolle RTP und AVG ist die Kamera in der Lage, Streams mit MJPEG oder H.264 zu übermitteln. Die Kommunikation mit der Kamera erfolgt nach dem ISO-17215-Protokoll. Dabei ist insbesondere an die Einstellung der Auflösung, das Spiegeln des Bildes und das Starten oder Stoppen eines Streams zu denken. Im Interesse der zusätzlichen Sicherheit und des Anwenderkomforts ist es außerdem möglich, gewünschte Overlays anzuzeigen (wie Text und Safety Ticker). Bild: Orlaco www.orlaco.de Mobile Maschinen 4/2016 19