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Mobile Maschinen 4/2015

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ANTRIEBE UND

ANTRIEBE UND ANTRIEBSELEMENTE I FORTBILDUNG Die Internationale Hydraulik Akademie GmbH Die Internationale Hydraulik Akademie GmbH (IHA) aus Dresden-Weixdorf entstand 2008 aus dem ehe maligen Schulungszentrum von Hansa-Flex. Die IHA schult und vermittelt mittlerweile nicht nur den Umgang mit Technologie in der täglichen Praxis, sondern ist aufgrund des universell einsetzbaren Prüfstandes auch Dienstleister für die Entwicklung und Erprobung hydraulischer Produkte. Training der virtuellen Art Simulator schult im Umgang mit hydrostatischem Antriebsstrang Übung macht zwar den Meister, doch oft mangelt es am nötigen Übungsgerät: Das betrifft auch die hydrostatischen Fahrantriebe, die in mobilen Arbeitsmaschinen zum Einsatz kommen. E in hydrostatischer Fahrantrieb wird häufig für mobile Arbeitsmaschinen verwendet. Er ermöglicht eine stufenlose Drehzahlverstellung, was einen erheblichen Vorteil in der Bedienung großer Maschinen mit Schwerlast darstellt. Bei einem hydrostatischen Antrieb treibt ein Antriebsmotor eine Pumpe an, die einen Volumenstrom, einen Ölfluss, generiert. Dieser Ölfluss treibt wiederum einen Hydromotor an, der z. B. mit dem Rad oder Achsgetriebe der Maschine verbunden ist. 01 Die IHA schult auf einem Simulator Mitarbeiter, die hydrostatische Anlagen warten, instandhalten und reparieren Simulator mit Sekundärregelung Die Internationale Hydraulik Akademie (IHA) aus Dresden hat einen realistisch arbeitenden Simulator mit Sekundärregelung entwickelt. Mit diesem lässt sich gefahrlos erproben, wie sich das Verändern von Rahmenbedingungen auf das gesamte System auswirkt. Auch lässt sich der Fahralltag realistisch und risikolos nachbilden. Zum Einsatz kommt dabei ein typisches Mobilhydrauliksystem mit einem maximalen Betriebsdruck von 350 bar und einem maximalen Volumenstrom von 200 l/min. „Wir können mit dem Prüfstand Situationen einfrieren“, erklärt Uwe Möbius, Trainer für Fluidtechnik. „Da fährt der Schulungsteilnehmer dann auch schon mal einen scheinbar unendlich hohen Berg hinauf oder herunter.“ Insgesamt besitzt der Prüfstand drei Antriebsachsen: Ein Aggregat treibt die Pumpe des Fahrantriebs an und dient als virtueller Dieselmotor. Auf der zweiten Achse befindet sich der Hydraulikmotor und es können Belastungen am Fahrantrieb simuliert werden. „Wir stellen z.B. die Steigung eines Berges an einem Bedienpult ein. Zusätzlich werden Fahrwiderstände wie der Beschleunigungswiderstand berechnet,“ erklärt Möbius. Auf der dritten Achse kann die IHA eine Pumpe mit anderen Reglern montieren und das Systemverhalten erneut analysieren. Zur realistischen Abbildung der Fahrsituation dienen dem Prüfstand Bedienelemente eines typischen Radladers. Eine Besonderheit ist die Sekundärregelung, die einen dynamischen Prüfstandbetrieb ermöglicht, bei dem Einheiten wahlweise in beide Richtungen antreiben oder bremsen. Mithilfe der Regelung lassen sich dynamische Fahrzyklen bei verschiedenen Belastungen simulieren. Das Regelungssystem ermöglicht zudem einen energiesparenden Rekuperations-Betrieb. Die beim Bremsvorgang zurückgewonnene Energie treibt somit eine andere Achse an und lässt den Simulator mit einem Wirkungsgrad von bis zu 80 % arbeiten. Schulungsmöglichkeit für Mitarbeiter Die IHA schult auf diesem Simulator Mitarbeiter, die hydrostatische Anlagen warten, instand halten und reparieren. Möbius berichtet: „Die Resonanz bei den ersten 30 geschulten Lehrgangsteilnehmern war positiv, denn üblicherweise gibt es für diesen Personenkreis keine Gelegenheit, die Arbeitsweise eines hydrostatischen Antriebsstrangs zu erleben.“ Da die Übungsteilnehmer keine Fahrer sind, sondern sich um die Wartung und die Instandhaltung kümmern, werden auch typische Alltagssituationen simuliert. „Wir erproben zum Beispiel, wie das System auf eine zu lange Hydraulikleitung reagiert. Mithilfe dieser realistischen Nachstellungen können wir das Gefühl dieser speziellen Antriebsart vermitteln.“ Damit die Lehrgangsteilnehmer das Erlernte besser in Know-how umsetzen können, verstecken die Trainer bei Kursende Fehler. Ziel ist es dann, die gezielte Fehlersuche und Fehlerbeseitigung noch weiter zu verfeinern und didaktisch zu optimieren. Bilder: Aufmacher fotolia, 01-02 IHA www.hydraulik-akademie.de 18 Mobile Maschinen 4/2015

ANTRIEBE UND ANTRIEBSELEMENTE Wellenkupplung sichert Betrieb im Ex-Bereich KTR hat die Kupplungs-Familie Rotex um eine Variante für den wartungsfreien Einsatz in explosionsgefährdeten Bereichen erweitert. Die durchschlagsichere Rotex Non Sparking kann selbst im Verschleißfall des Dämpfungselements sicher weiterbetrieben werden und verhindert dabei Funkenbildung. Die Nockengeometrie der Variante besteht aus leitfähigem, hochfesten Kunststoff und wird auf die Nabengrundkörper aus Metall gespritzt. Der Kunststoff verhindert statische Aufladung und ist so widerstandsfähig, dass selbst im Falle eines Totalverschleißes des Elastomers das Drehmoment weiter übertragen wird. Die Wellenkupplung ist axial steckbar und kompakt bauend. Sie sichert eine drehschwingungsdämpfende Kraftübertragung und nimmt Stöße von ungleichmäßig arbeitenden Anlagen auf. Für große Wellenverlagerungen gibt es zudem doppelkardanische Ausführungen. Die Kupplung erfüllt die EG-Richtlinie 94/9/EG. www.ktr.com Prüfstände in Betrieb genommen Antriebstechnik-Roth hat im Juni seine Versuchsabteilung und seinen neuen Prototypenbau in Betrieb genommen. Dazu gehören ein elektrisch betriebener Leistungsprüfstand mit drei Antriebseinheiten und Rückspeisung. Die Prüfstände wurden für den Test von Getrieben, Kupplungen und gesamten Antriebssystemen mobiler Maschinen sowie die Aufnahme kompletter Maschinen bzw. Aggregate entwickelt. Durch den zusätzlichen Ausbau der Messtechnik können ab sofort Lastprofile aus dem Feld dynamisch nachgefahren werden. Für die Berechnung und Konstruktion zur Entwicklung von Antrieben mobiler Maschinen hat das Unternehmen zudem neue CAD- und Berechnungseinrichtungen angeschafft. Branchenschwerpunkte des Unternehmens sind nach wie vor Land- und Baumaschinen sowie Kommunaltechnik und Sonderantriebe. www.roth-system.de Your partner for mechatronic drive systems and electric motors from mind to motion Electronic Motor Gearbox www.sonceboz.com Sonceboz.indd 1 13.04.2015 13:05:08 Mobile Maschinen 4/2015 19