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Mobile Maschinen 3/2019

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Toleranz von

Toleranz von Fluchtungsfehlern kommen in Backenbrechern bevorzugt Pendelrollenlager zum Einsatz. Diese Lager sind selbstfluchtend und können daher Wellendurchbiegungen und Fehlausrichtungen der Lagersitze besser kompensieren. BESSERE LAGERINSTANDHALTUNG Wenn Betreiber häufig ihre beschädigten Wälzlager austauschen müssen oder wenn sie vermuten, dass die Lagerleistung hinter ihren Erwartungen zurückbleibt, helfen mitunter ein paar einfache Schritte oder praktische Maßnahmen, die Leistung und Laufzeit ihrer Anlagen zu verbessern. Schlechte Schmierung ist eine Hauptursache für Lagerschäden in den meisten Industrieanwendungen, einschließlich in Brecheranlagen. Ein ordnungsgemäßer Nachschmierplan ist von entscheidender Bedeutung für die Einhaltung der entsprechenden Lagerbetriebstemperaturen, die die Viskosität und die Lebensdauer des Schmierstoffs beeinflussen. Als Faustregel gilt, dass ein Schmierstoff eine Mindestviskosität von 105 SUS (21,8 cSt) bei der Lagerbetriebstemperatur einhalten sollte. In den meisten Fällen arbeiten der Originalgerätehersteller (OEM) und der Wälzlagerhersteller zusammen, um einen empfohlenen Nachschmierplan zu entwickeln. Die Betreiber und das Wartungspersonal sollten den Nachschmierplan des OEM einhalten, um die Lagerlebensdauer zu maximieren. Außerdem ist darauf zu achten, dass Wälzlager nicht mit zu viel Schmierstoff gefüllt werden. Bei Anlagen mit Fettschmierung kann eine Überfüllung zu übermäßiger Wärmeerzeugung aufgrund der Walkarbeit des Schmierstoffs führen. Die übermäßige Wärme unterbricht die Schmierung und kann vorzeitige Lagerschäden verursachen. Das Mischen unterschiedlicher Schmierfette oder anderer Schmierstoffe ist ebenfalls zu vermeiden, da es zu Störungen und vorzeitigen Lagerschäden kommen kann. Um sicherzustellen, dass die Nachschmierpraktiken ordnungsgemäß eingehalten werden: Das Hinzuziehen eines qualifizierten Experten kann Stunden oder Tage ungeplanter Ausfallzeit ersparen. LAGERPASSUNG AUF DER WELLE UND IM GEHÄUSE Die ordnungsgemäße Passung der Wälzlager auf den Wellen und in den Gehäusen ist ebenfalls ein entscheidender Faktor für die A B C D E F Übliche Schadensmodi von Wälzlagern Lagerleistung. Ist die Passung zu fest oder zu lose, kann es zu Problemen wie Kriechen, übermäßige Vibrationen und vorzeitige Lagerschäden kommen. Die empfohlenen Passungswerte sollten nach jedem Lageraustausch und allen Lagerreparaturen überprüft werden. Eine wiederholt verwendete Welle kann zum Beispiel ein wenig kleiner sein als am Tag der Inbetriebnahme der zugehörigen Maschine. Eine zu kleine Welle kann – selbst wenn es nur um kleinste Abweichungen geht – eine falsche Lagerpassung verursachen und zu vorzeitigen Lagerschäden führen. Lagergehäuse können ebenfalls im Laufe der Zeit verschleißen oder unrund werden. Beide Zustände können zu unangemessener Passung und zu vorzeitigen Lagerschäden führen. Bei Bedenken hinsichtlich der korrekten Wellen- und Gehäuseabmessungen sollten die Betreiber zur Bewertung der Wellen- und Gehäusepassungen einen Experten konsultieren. SCHADENANALYSE Nach Austausch eines defekten Lagers kann eine gründliche Lagerinspektion Probleme im Zusammenhang mit den Wellenoder Gehäusepassungen, der Schmierung und Nachschmierung oder mit Kontamination aufgrund schlechter Abdichtung aufdecken. Eine gründliche Lagerinspektion und die Bestimmung des Fehlermodus ermöglicht es, die Grundursache des Lagerschadens zu ermitteln und die Lagerleistung durch ein Austauschlager zu verbessern. Schäden an den Lagern von Brecheranlagen lassen sich häufig auf Kontamination, unsachgemäße Schmierung oder Reibverschleiß (Metall-Metall-Abrieb) zurückführen. Identifizierung häufig vorkommender Fehlermodi: n Abrasiver Verschleiß und Dellen aufgrund von Abriebrückständen sind zwei der häufigsten Schadensmodi verursacht durch Kontamination. Abrasiver Verschleiß erscheint frostig grau [A]. Abriebpartikel können auch die Oberfläche der Laufringe und Rollkörper [B] eindellen, was zu Abplatzungsschäden führen kann. Häufiges Nachschmieren hilft, Verunreinigungen aus dem Lager zu entfernen. Ständige Kontaminationsprobleme könnten ein Zeichen fehlerhafter Abdichtung sein. n Mangelschmierung kann durch falsche Viskosität, zu wenig oder zu viel Schmierstoff, oder durch die Zersetzung des Schmierstoffs verursacht werden. Mangelschmierung kann zu Feinkornabplatzungen [C], Wärmeschäden [D] und Verfärbung durch oxidierten Schmierstoff führen [E]. n Reibkorrosion oder Passungsrost betrifft normalerweise die Bohrung [F] oder den Lageraußendurchmesser. Er ist gewöhnlich das Ergebnis einer losen Passung, was zu einer relativen Bewegung zwischen dem Wälzlager und der Welle bzw. dem Gehäuse führt. Der entstehende Passungsrost sollte von der Lagerfläche entfernt werden, da er abrasiv wirkt und Lager und Dichtungen beschädigen kann. Das Ausmaß der Lagerschäden durch Passungsrost sollte sich durch Verwendung der korrekten Wellen- und Gehäusepassungen weitgehend reduzieren lassen. Angesichts der anspruchsvollen Standzeit von Brecheranlagen können somit folglich ordnungsgemäße Instandhaltungsverfahren einschließlich Nachschmierung und eines festgelegten Inspektionsplans die Lebensdauer von Wälzlagern und die Maschinenzuverlässigkeit deutlich erhöhen. www.timken.com/de 26 Mobile Maschinen 2019/03 www.mobile-maschinen.info

INDUSTRIEGETRIEBE GIGANTISCHE GRÖSSENORDNUNGEN Für den chilenischen Kupfertagebau fertigt FAM den weltweit größten Rücklader. Bei den Antrieben des gigantischen Kolosses setzt der Magedburger Anlagenbauer auf die starken Komponenten von SEW-Eurodrive. Die Magdeburger Förderanlagen und Baumaschinen GmbH – FAM – ist eine international tätige Unternehmensgruppe. Schwerpunktmäßig ist FAM in den Bereichen Schüttguthandling – insbesondere Mining – und Service tätig. Mit einem breiten Sortiment von Großgeräten und Einzelmaschinen wie Schaufelradbaggern, Bandanlagen, Absetzern, Kratzer- und Mischbettgeräten, Schaufelradrückladern sowie Brechern und Mühlen fertigt das Magdeburger Unternehmen die funktionsbestimmenden „Herzstücke“ von fördertechnischen Anlagen für Tagebau und Kraftwerke, für die Baustoffindustrie, die Metallurgie und weitere Branchen. An den staatlichen Kupferbau-Konzern Codelco in Chile lieferte FAM einen speziellen Großbagger für den Tagebau Radomiro Tomic. Bei diesem Auftrag handelte es sich um den weltweit größten Rücklader dieser speziellen Bauart. Der Reclaimer SR 800 P9 hat die Abmessungen eines vierstöckigen Gebäudes und wiegt fast 1 000 t. Er ist für die gigantische Förderkapazität von 14 500 t in der Stunde ausgelegt. Das entspricht der Masse von etwa 17 Zügen der Bauart ICE3, mit je zwei Halbzügen. Sein Schaufelrad hat 14 m Durchmesser, der Messerkreis – der Durchmesser bis zur Spitze der Schaufeln – beträgt 19 m. Damit an diesem Arm genügend Kraft bereitsteht, benötigt man ein sehr hohes Antriebsdrehmoment. SEW-Eurodrive lieferte dafür ein Planetengetriebe der Baureihe XP230 mit einem Nennmoment von 4 000 kNm. Vorgeschaltet ist ein Kegelstirnradgetriebe der Baureihe X in Größe 250. Diese Getriebekombination wurde zusammen mit einem 1 000-kW-Motor auf einer Motorschwinge montiert. Eine Bremse und eine Doppelkegel-Reibungskupplung ergänzen das Antriebspaket. Zusätzlich installierte SEW-Eurodrive eine Kühlanlage für das Getriebe sowie eine Drehmomentstütze, die FAM-spezifisch gefertigt wurde. Bilder: Aufmacher FAM, Nebenbild SEW-Eurodrive www.sew-eurodrive.de Die Planetengetriebe der Baureihe XP sind äußerst platzsparende Getriebe für sehr hohe Drehmomente bis 5 200 kNm www.mobile-maschinen.info Mobile Maschinen 2019/03 27

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