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Mobile Maschinen 3/2018

Mobile Maschinen 3/2018

und Marketing hier

und Marketing hier ansässig waren. Doch schon damals ging Hy draForce davon aus, weiter zu wachsen und dementsprechende Kapazitäten in Sachen Innovation und Entwicklung aufzubauen, um das Markenversprechen einzuhalten. Dieser Schritt hat sich im vergangenen Jahr als Segen herausgestellt. Denn: „Wir sind weit über dem Marktdurchschnitt gewachsen. Wir konnten unseren Umsatz 2017 um fast 30 Prozent steigern“, erklärt mir Russ Schneidewind. STRIKTER ANWENDUNGSFOKUS Ein Grund dafür ist sicherlich der praktische Ansatz, mit dem Hy draForce Überzeugungsarbeit am Kunden leistet. Im Versuchsbereich der Anwendungsentwicklung treffe ich David Dornbach, Application Engineering Manager. Er erklärt mir, wie nah an der Anwendung HydraForce arbeitet: „Entweder kaufen wir Maschinen, in denen unsere Produkte klassischerweise zum Einsatz kommen oder wir bekommen die Fahrzeuge von unseren Kunden IM VERGANGENEN JAHR WUCHSEN WIR UM FAST 30 %, DEUTLICH STÄRKER ALS DER DURCHSCHNITT RUSS SCHNEIDEWIND gestellt. Wir rüsten diese mit unseren Produkten und Lösungen um und laden dann dazu ein, die klassische Maschine gegen unsere umgerüstete antreten zu lassen. Danach sind unsere Kunden dann meist von unserer Qualität und Performance überzeugt.“ Meist geht es dabei nur um bestimmte Funktionen, die umgerüstet werden. Im vergangenen Jahr ist HydraForce einen Schritt weitergegangen und hat die gesamte Hydraulik eines Telehandlers mit eigenen Lösungen und Komponenten ersetzt. Das Ergebnis: Ein Prototyp, der zeigt, was HydraForce alles hinsichtlich „Lösungen, die die Welt verändern“ möglich machen kann, wie es in der Firmenvision heißt. Der Telehandler spart durch seine Arbeitshydraulik mit aufgelösten Steuerkanten und zusätzlicher Dezentralisierung der Hydraulik Sprit und CO 2 -Emissionen ein. Zudem schrumpft der benötigte Bauraum: Die Maschinen könnten bei gleicher Leistungsfähigkeit kleiner und leichter konzipiert werden, wie mir David Dornbach bestätigt. Insofern tragen die Komponenten des amerikanischen Ventilspezialisten in der Tat dazu bei, zumindest die Maschinen von morgen zu verändern, und somit in gewissem Maß auch unsere Arbeitswelt. LIEFERFÄHIGKEIT = KUNDENZUFRIEDENHEIT Szenenwechsel: Inzwischen bin ich im wenige Kilometer entfernten Fertigungswerk angekommen, wo mich Jim Brizzolara, einer der Firmengründer und aktueller CEO des Unternehmens, durch die Produktion führen wird. Anfang 2017 schossen die Auftragseingänge bei HydraForce in die Höhe, und das in einem Maß, das niemand vorhergesehen hatte. Nicht sicher, ob es sich lediglich um eine kurzzeitige Auftragsspitze oder einen generellen Trend handelte, warteten die Einschraubventilexperten zunächst ab, bevor sie sich nach drei Monaten entschieden, die Produktion der Nachfrage entsprechend hochzufahren. Umstrukturierungen und massive Investitionen waren die Folge. Das Prüflabor wurde aus dem Stammwerk in das wenige Kilometer entfernte Innovation Center umgesiedelt, um Platz für weitere Fertigungsplätze zu schaffen. Ein Teil der Fertigungslinien zog ebenfalls in die ungenutzten Lagerflächen des größtenteils leerstehenden Innovationszentrums um. Mehr als 28 Mio. Dollar wurden global investiert, unter anderem in acht neue Honmaschinen in Chicago. Insgesamt stehen im Stammwerk nun 38 solcher Maschinen bereit. Zudem wurden im vergangenen Jahr über alle Hydra­ Force Standorte hinweg etwa 300 neue Mitarbeiter eingestellt. Wieso das alles? Das erklärt mir Jim Brizzolara bei unserer Tour durch die Fertigungslinien. „Der Kunde steht für uns im Zentrum des Handelns. Solange er zufrieden ist, geht es uns gut. Das heißt, wir müssen liefern können, wenn die Aufträge kommen. Glücklicherweise sind wir sehr flexibel in der Fertigung und können 01 02 64 Mobile Maschinen 2018/03 www.mobile-maschinen.info

schnell auf Veränderungen reagieren. So konnten wir den Auftragsboom auffangen und haben nichts an Liefertreue eingebüßt. Wir wollen uns nie über zu viele Aufträge beschweren.“ Liefertreue heißt, dass die HydraForce-Mitarbeiter Ventilaufträge schnellstmöglich, im besten Fall innerhalb von 24 Stunden, abarbeiten. Für Steuerblöcke kann mir Brizzolara keine definitive Zahl nennen, da die Aufträge zu stark variieren. Dabei ist hervorzuheben, dass es sich bei allen Aufträgen um kundenspezifische Bestellungen handelt. GELEBTE FAMILIENATMOSPHÄRE Jim Brizzolara ist inzwischen weit über das (deutsche) Rentenalter hinaus. Nichtsdestotrotz ist er noch mittendrin im Tagesgeschäft und kennt jeden Handgriff und nahezu jeden Mitarbeiter beim Namen – und es arbeiten 880 Angestellte im Werk in Chicago (Hydra- Force hat global 1 700 Mitarbeiter). Eine Tatsache, die dem Erfolg des Unternehmens zuträglich ist. Die Unternehmenswerte werden tagtäglich vom Gründer vorgelebt, der für alle ersichtlich noch im Werk aktiv ist. Denn auch das ist eine der HydraForce-Grundlagen, wie mir der Firmengründer erläutert: „Ich habe damals einen Unternehmensplan aufgestellt. Die grundlegenden Säulen sind unsere Vision und Mission. Aber auch der Respekt vor unseren Mitarbeitern ist von größter Wichtigkeit. Wir wollen, dass unsere Angestellten nach Möglichkeit auch bei uns in Rente gehen. Sie sind über Firmenanteile zudem direkt am Unternehmenserfolg beteiligt.“ Und das Konzept scheint aufzugehen: Die Mitarbeiterfluktuation liegt unter zwei Prozent. Das glaube ich gerne, denn: Während meines gesamten Trips habe ich das Gefühl, dass alle, die ich treffe, wirklich gerne für HydraForce arbeiten. Die viel beschworene Familienatmosphäre am Arbeitsplatz wird hier aktiv gelebt. Die Mitarbeiter gehen freundschaftlich und respektvoll miteinander um. Auch dies sind Aspekte, die der Unternehmensmaxime der größtmöglichen Qualität sicherlich zuträglich sind. Langjährige Mitarbeiter, die sich wohl- und wertgeschätzt fühlen, sind ein weiteres Puzzlestück auf der Suche nach den Gründen für den überdurchschnittlichen Erfolg der Hydraulikventilschmiede. QUALITÄT ALS MAß DER DINGE Wie wichtig Qualität für HydraForce ist, verdeutlicht mir der CEO abschließend anhand einer Anekdote aus den Anfangszeiten: „Wir hatten uns diese hohen Qualitätsstandards von Beginn an selbst auferlegt. Doch wir wollten diese auch nach außen tragen und belegen, denn Worte sind Schall und Rauch. Also haben wir eine Prüfung gemäß des Ford-Q1-Standards beantragt, das war Ende der 1980er Jahre das Maß aller Dinge. Diese Prüfer waren damals dann einige Tage hier im Werk und als sie fertig waren, waren sie sehr verblüfft. Denn sie konnten uns ohne Mängel zertifizieren, und das beim ersten Versuch.“, erklärt mir Brizzolara stolz. Heutzutage sind andere Qualitätsstandards gefordert, doch an den Ansprüchen hat sich nichts geändert – alle HydraForce-Standorte sind zertifiziert nach der internationalen Qualitätsmanagement-Norm ISO 9001:2008. Kunde, Qualität, Mitarbeiter. Das sind meines Erachtens die drei Säulen auf denen der HydraForce-Erfolg steht. Solange diese drei Werte gehegt und gepflegt werden, spricht viel dafür, dass das Unternehmen auch in Zukunft seinen Wachstumskurs aufrechterhalten kann. www.hydraforce.com 01 Teile des Fuhrparks im Versuchsbereich der Anwendungsentwicklung 02 Acht neue Honmaschinen wurden im vergangenen Jahr in Chicago angeschafft 03 Prüfstände soweit das Auge reicht DIREKTER KONTAKT Vertrieb Deutschland sales-germany@hydraforce.com 03 www.mobile-maschinen.info Mobile Maschinen 2018/03 65

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