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Mobile Maschinen 3/2016

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ZUBEHÖR I

ZUBEHÖR I STABILTÄTSANZEIGER Nicht auf die schiefe Bahn geraten Schieflagen beim Containerumschlag sicher abwenden Für den Güterumschlag in vielen Frachthäfen sind neben Container brücken zum Be- und Entladen der Schiffe auch mobile Fahrzeuge für den Transport und das Stapeln von zig Tonnen schweren Containern zuständig. Damit diese bis zu 15,5 m hohen Geräte beim Lasten transport nicht ins Kippen geraten, werden sie mit Stabilitäts anzeigern ausgerüstet. Seit der Einführung des Standardcontainers Anfang der 1960er-Jahre hat die Container-Verfrachtung erheblich zugenommen. Immer größer dimensionierte Frachtschiffe mit Ladekapazitäten bis zu 19 000 Containereinheiten (TEU) gehen in den Seehäfen der Welt vor Anker, wo an den hoch frequentierten Containerterminals heutzutage jährlich mehrere Millionen TEU umgeschlagen werden. Ein derartiger Güterumschlag erfordert eine Hafenlogistik mit moderner Technik, um z.B. die Anlegeund Ladezeiten möglichst kurz zu halten und einen schnellen Weitertransport zu gewährleisten. Neben fest installierten Containerbrücken, die mit 20 bis 30 Umschlagvorgängen bis zu 900 t Containerfracht pro Stunde löschen bzw. laden können, werden daher ebenso Portalstapler und Portalhubwagen benötigt. Sie sind für den Transport, 01 Die für 1 über 3 Container ausgelegten Straddle Carrier werden vom Fahrer aus etwa 15 m Höhe gesteuert 16 Mobile Maschinen 3/2016

STABILTÄTSANZEIGER I ZUBEHÖR das Aufstapeln der Container wie auch für das Be- und Entladen von Lkws und Güterwaggons zuständig. Bereits 1968 stellte das Unternehmen Noell seinen ersten Portalstapler im Auftrag eines Terminal-Betreibers im Hamburger Hafen fertig. Seitdem hat sich das 2012 in die Terex Port Solutions eingegliederte Werk zum führenden Hersteller von Stapelund Transportfahrzeugen für den Containerumschlag entwickelt und bisher 2600 dieser an Containerhäfen in aller Welt ausgeliefert. Die für den Dauereinsatz ausgelegten Fahrzeuge sind in zwei Antriebsarten, diesel-hydraulisch und diesel-elektrisch, erhältlich. Sie verfügen über eine Tragkraft von maximal 60 t und müssen bei Maximalgeschwindigkeiten von 25 bis 30 kmh hohe Umschlagleistungen erbringen. Stapelweise Schwerstarbeit Portalhubwagen (Sprinter Carrier) von Terex Port Solutions übernehmen in größeren und teilautomatisierten Containerterminals den horizontalen Containertransport zwischen Containerbrücken und Stapelkranen sowie die schnelle Beförderung des Frachtguts über längere Strecken. Mit ihrem Portal und dem eigenen Hubwerk sind sie für das selbsttätige Aufnehmen und Absetzen von Containern ausgerüstet. Portalstapler (Straddle Carrier) führen sowohl den Containertransport als auch die Stapelvorgänge zur Lagerung aus. Je nach Bauart können die Modelle 1 über 2 oder 1 über 3 Container der Baugrößen 20, 30, 40 und 45‘ heben, fahren und stapeln. Der Transport der Lasten zwischen Kai und Containerhof sowie die Stapelvorgänge erfordern Tempo und Wendigkeit, um die Gefährte bei aufgenommenen Lasten von mehreren Dutzend Tonnen sicher durch das verzweigte Wegenetz im Containerterminal zu bewegen. Weil sich der aus der hochgelegenen Fahrerkabine gesteuerte Stapler dabei gefährlich neigen kann, informiert eine Stabilitätsanzeige im Sichtbereich des Fahrers fortlaufend über den aktuellen Fahrzustand. Frachtgut fest im Griff Sobald das Gefährt einen kritischen Fahrzustand erreicht, ertönt ein akustischer sowie auf dem Display ein optischer Warnhinweis, der die Stabilitätsanzeige von grün über gelb auf rot umspringen lässt. Dann greift die „Terex“-eigene Fahrzeugsteuerung aktiv in die Stabilitätsüberwachung ein und bremst die Geschwindigkeit herab. Um sicherzustellen, dass der Carrier sein Frachtgut fest im Griff hat, wurde ein weiteres Modul von Griessbach installiert, das den Status des Spreaders, des Lastaufnahmemittels, signalisiert und zusätzlich anzeigt, ob die Container richtig aufgenommen wurden. Vorher hatte Terex Port Solutions 02 Beim Transport tonnenschwerer Lasten müssen gefährliche Schieflagen und fehlerhafte Lastaufnahme sicher vermieden werden zur Anzeige von Fahrstabilität und Spreaderstatus einfache LED-Leuchten bzw. LED-Leuchtbänder installiert, die über Ausgänge angesteuert wurden. Mit den Stabilitätsanzeigern fand sich eine Lösung mit CAN-Bus-Anbindung, die den Anforderungen bezüglich der Temperaturbeständigkeit und Unempfindlichkeit gegenüber Vibrationen, Schock- und Stoßeinwirkungen entspricht. Abgestimmt auf die Anwendung Die von Griessbach für Terex Port Solutions gefertigten Anzeigemodule verfügen über individuell gestaltete Frontfolien, deren beleuchtete Anzeigen die überwachten Arbeitsschritte abbilden. Aufgrund ihrer Bauform von nur 40 mm Breite finden die in einem Aluminiumgehäuse eingefassten Geräte problemlos am Holm der Fahrer kabine Platz. So sind sie stets ohne Sichtbeeinträchtigung im Blickfeld des Fahrzeugführers. Zur Anzeige des Fahrzustandes hat Griessbach ein Modul mit 15 Anzeigeelementen, einer doppelstelligen 7-Segment-Anzeige und einem akustischen Signalgeber entwickelt. Das Gerät zur Signalisierung des Spreaderstatus‘ besteht aus sechs Leuchtfeldern, die den aktuellen Status bei der Lastaufnahme anzeigen. Zur Kommunikation mit der Carrier-Steuerung sind die Module mit CAN-Bus-Schnittstellen nach ISO 11898 ausgestattet und können bei Bedarf für die Datenübermittlungen via CANopen oder J1939 ertüchtigt werden. Als Bediengeräte-Hersteller mit ausgeprägter Fertigungstiefe hat sich Griessbach auf die Entwicklung und Produktion applikationsspezifischer Eingabe- und Anzeigesysteme spezialisiert. Dabei werden die Geräte auf die Funktionsanforderungen in 03 Das schlanke Anzeigemodul zur Containeraufnahme mit sechs vierfarbig ausgeleuchteten Statusanzeigen mobilen Maschinen abgestimmt. Das Leistungsspektrum umfasst Module für den Außen- wie Inneneinsatz und gewährleistet mithilfe visueller wie auch haptischer Bedienerführung den sicheren Betrieb der Maschinen. Moderne LED- oder Display- Baugruppen signalisieren den aktuellen Maschinenstatus. Durch flächige Leuchtfelder und farblich variabel gestaltbare Segmente wird für eine präzise Beleuchtung der Anzeigefläche gesorgt, die unter anderem auch mit Hilfe der Punkt-Matrix und der TFT-Anzeige Symbole und bewegte Bilder abbilden kann. Dazu weisen die Geräte eine hohe Beständigkeit gegenüber Umwelteinflüssen auf und verkraften Stöße, Vibrationen, Schmutz und Feuchtigkeit. Fazit Insbesondere beim Einfahren in der 3. oder 4. Lage in den Stapelbereich und bei Kurvenfahrten besteht das Risiko, dass Portalstapler in eine gefährliche Schieflage geraten. Bei Kippgefahr greift die Terex-Steuerung aktiv in das Fahrverhalten ein und drosselt automatisch die Geschwindigkeit. Um den Fahrzeugführer durch optische und akustische Signale vor der Gefahr des Umkippens zu warnen, hat Terex Port Solutions seine Carrier zusätzlich mit schlanken Stabilitätsanzeigern von Griessbach ausgerüstet. „Ausschlaggebend für die Wahl der Stabilitätsanzeiger war, dass Griessbach die für uns beste Lösung anbieten konnte und wir beim Einsatz seiner CAN-Module bisher nur positive Erfahrungen gemacht haben“, resümiert Terex Port Solutions. Bilder: pixabay, Terex Port Solutions, Griessbach www.griessbach.de Mobile Maschinen 3/2016 17

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