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Mobile Maschinen 2/2019

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Mobile Maschinen 2/2019

SMARTE HYDRAULIK DER

SMARTE HYDRAULIK DER VOLLOPTIMIERTE Weniger Verbrauch, mehr Leistung, umweltverträglicher – wenn eine Maschine eines dieser Versprechen halten kann, dann hat sie bereits gute Karten auf dem Markt. HydraForce Hydraulics hat einen Telehandler elektrohydraulisch optimiert, der die oben genannten Attribute erfüllt. Mit welchen Mitteln? Mit smarter Hydraulik. Autor: Peter Becker, Mobile Maschinen HydraForce will etwas bewegen. Der Hersteller von Hydraulik-Einschraubventilen und -Steuerblöcken möchte „ein unabhängiger Anbieter innovativer Technik und Dienstleistungslösungen sein, die die Welt verändern können.“ Mit einem global angelegten Entwicklungsprojekt im eigenen Haus sind sie diesem Anspruch sehr nahe gekommen. In den vergangenen Jahren hat ein internationales Entwicklungsteam rund um Damiano Roberti, Application Engineer bei HydraForce, und Markus Bissbort, Application Engineering Manager, einen handelsüblichen Telehandler vollumfänglich mit HydraForce-Lösungen umgerüstet und optimiert. Das Ergebnis: eine Maschine mit höherem Bedienkomfort, geringerem Spritverbrauch und weniger CO 2 -Emissionen – also eine Maschine, die die Welt des Maschinenführers und -betreibers verbessert. VON DER KOMPONENTE ZUM SYSTEM Telehandler gibt es in den verschiedensten Größen und Gewichtsklassen, abhängig vom zu transportierenden Gut. Der Trend geht zu immer größeren und schnelleren Hüben sowie schwereren Lasten – und zugleich sollen die Maschinen strengeren Sicherheitsstandards genügen und dabei auch noch kompakter und energieeffizienter werden. Keine einfache Aufgabe für die Konstrukteure der Maschinen. HydraForce-Hydraulikkomponenten sitzen an Schlüsselpositionen, wenn es darum geht, diese Entwicklungsziele zu erreichen. Sie helfen dabei, die Lenkung um weitere Modi zu erwei- tern, die Fahrerkabine zu stabilisieren oder übernehmen das Teleskopieren des Auslegers sowie das Halten der Last. Weitere Aufgaben, die Hydrauliklösungen im Telehandler übernehmen können, sind der Lüfterantrieb, die Getriebesteuerung sowie der Antrieb und die Steuerung von Hilfsfunktionen, wie der Achssperre oder von Teleskopstützen. Mit dem umgerüsteten Prototyp zeigt das HydraForce-Entwicklungsteam, wie moderne Hydrauliklösungen dabei helfen können, die anspruchsvollen Ziele für den Telehandler von morgen zu erreichen. „Der ganzheitliche Ansatz ist das Besondere an der Maschine. Bislang waren wir bekannt dafür, Subsysteme zu liefern – beispielsweise für den Lüfterantrieb oder das Getriebe. Mit diesem Prototyp beweisen wir als HydraForce, dass wir in der Lage sind, das gesamte Hydrauliksystem eines Telehandlers zu entwickeln – also alles zwischen Pumpe und Tank. Und zwar nicht von der Stange, sondern mit einigen signifikanten Vorteilen“, erklärt Markus Bissbort. Doch was haben die HydraForce-Entwickler konkret optimiert? Damiano Roberti fasst es so zusammen: „Wir haben ein modulares, dezentrales Hydraulikkonzept mit aufgelösten Steuerkanten realisiert. Dieses ermöglicht uns, gleich eine ganze Reihe von Benefits zu schaffen.“ DAS SCHWEIZER TASCHENMESSER Das Herzstück bildet hierbei das Wegeventilsystem mit Halbbrückenschaltung und Flow Sharing (siehe Infokasten am Ende des Beitrags). Dieser Lösungsansatz ermöglicht sehr schnelles 6 Mobile Maschinen 2019/02 www.mobile-maschinen.info

Damiano Roberti, Application Engineer bei HydraForce, vor dem umgerüsteten Telehandler Ansprechverhalten und ist leicht an individuelle Anforderungen anpassbar. Ein weiterer Vorteil: Der Volumenstrom der Arbeitsfunktionen wird direkt zum Tank zurückgeführt. Die Druckverluste werden somit reduziert. Die Konfiguration ermöglicht zudem die Integration cleverer Features, die unter anderem die Teleskopbedienung deutlich komfortabler gestalten. Und darum geht es schließlich beim Telehandler – das sagt der Name schon. Die zentrale Arbeitsfunktion wird mit dem Teleskopausleger erbracht. Dessen Vielfältigkeit macht den Telehandler quasi zum Schweizer Taschenmesser, auf Baustellen ebenso wie in der Landwirtschaft. Der Teleskoparm des Geräteträgers macht die Maschine in Verbindung mit Staplerzinken, Schaufeln, Ballenzangen oder Hubarbeitsbühnen zur Allzweckwaffe. DEIN FREUND DIE SCHWERKRAFT Rund ums Teleskop bietet HydraForce smarte Lösungen, die dem Maschinenführer das Leben erleichtern. Dazu gehören das sogenannte Gravity Lowering, die Lastmomentbegrenzung und die Auslegerfederung, die allesamt am Telehandler-Prototyp realisiert wurden. Ein zentrales Feature des Telehandlers ist das Absenken des Auslegers mithilfe der Schwerkraft, das sogenannte Gravity Lowering System (GLS). Das Hydrauliksystem ist so ausgelegt, dass es keine hydraulische Leistung benötigt, um den Teleskopausleger abzusenken. Doch wie geht dies vonstatten? Damiano Roberti gibt einen Einblick in das Funktionsprinzip: „Die Last drückt den Ausleger nach unten. Auf diese Weise entstehen etwa 25 bis 60 bar Druck, abhängig vom Winkel des Auslegers. Die Basis des GLS ist ein sitzdichtes Proportional-Einschraubventil mit integrierter leckagefreier Druckwaage. Diese Konfiguration ermöglicht das Absenken sowohl bei schwerer Last als auch mit freier Gabel oder Schaufel. Andere Lösungen können bei geringer Last Probleme bekommen und benötigen dann doch wieder Energie, um aktiv abzusenken.“ Wenn dieses Ventil öffnet, fließt ein Teil des Öls direkt in den Tank zurück und der anderer Teil an die Ringseite des Zylinders. Das www.mobile-maschinen.info Mobile Maschinen 2019/02 7

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