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Mobile Maschinen 2/2017

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HANNOVER MESSE I SPECIAL

HANNOVER MESSE I SPECIAL Tonnenschwer Verschlauchung und Verrohrung eines Brammentransporter-Prototypens Halle 21, Stand F30 Die frisch gegossenen, noch glühenden Blöcke aus Stahl, Brammen genannt, kühlen langsam ab und der Brammentransporter kann die bis zu 100 t schweren Stahlblöcke zur Weiterverarbeitung befördern. Noch ist der Koloss des Spezial- und Bohrfahrzeugherstellers Nordmeyer SMAG ein Prototyp – doch schon bald soll er seine Arbeit im Stahlwerk aufnehmen. Hansa-Flex übernimmt die Verschlauchung und Verrohrung des Fahrzeugs. Mit einem Leergewicht von 90 t zählt der Brammentransporter zu den Giganten seiner Art. Um die Blöcke bewegen zu können, muss er für die schweren Lasten optimal ausgelegt sein. Von Lenk- und Bremsanlage bis zur Lastaufnahme und dem Lasthubsystem – fast überall kommt Hydraulik zum Einsatz und die Anforderungen an das tonnenschwere Fahrzeug sind hoch. Für die erforderliche Hydraulik, hat sich Nordmeyer SMAG an den Hersteller Hansa-Flex gewandt. „Ich hatte bereits in der Vergangenheit sehr gute Erfahrungen mit Hansa-Flex gemacht. Deshalb setzen wir auch beim Bau des Prototyps auf die Fachkenntnisse des Hydraulikexperten und den kompetenten Industrieservice“, berichtet Jens Wachsmuth, Projektleiter bei Nordmeyer SMAG. Hohe Temperaturen Nachdem die gussfrische Stahlbramme von ca. 1500 °C schließlich auf unter 700 °C abgekühlt ist, kann das hydraulische Klemmsystem des Fahrzeugs den Stahlblock heben. „Für die hohen Temperaturen sind nur spezielle Materialien geeignet. Wir verwenden Glasfaser und Silikon als Hitzeschutz, um der enormen Hitze gerecht zu werden“, erklärt Frank Drietz, Teamleiter Industrieservice Hansa-Flex in Hannover. Eine weitere Besonderheit sind die großen V6-Dieselmotoren nach letzter Emissionsschutzrichtlinie, welche die wässrige Harnstofflösung AdBlue zur Abgasreinigung nutzen. Die Lösung wird in den Abgasstrang gespritzt, um u. a. den Stickoxid-Ausstoß zu senken. Sie ist ätzend und greift nahezu jedes Material an, weswegen der Hydraulikspezialist im Harnstoffsystem nur Rohre aus Edelstahl und Schläuche aus EPDM, einem widerstandsfähigen 36 Mobile Maschinen 2/2017

SPECIAL I HANNOVER MESSE 01 Die Monteure arbeiten selbständig nach einem Hydraulikplan 02 Eine der größten Herausforderungen sind die engen Platzverhältnisse des Prototypens Kautschuk mit hoher chemischer Beständigkeit, verbaut „Hansa-Flex berät uns ausgezeichnet, wenn es um die Rohrauswahl geht. Wir sind in ständiger Abstimmung und können so die Belastbarkeit des Brammentransporters optimieren“, so Wachsmuth. Eng verbaut Bei der Verschlauchung und Verrohrung des Brammentransporters ist der Industrieservice von Hansa-Flex gefragt. So sind während der aufwendigen Montage stets zwei Monteure bei Nordmeyer SMAG vor Ort, um den 16 m langen und 5 m breiten Prototypen des Transporters mit Rohrleitungen, Schläuchen und Verschraubungen auszustatten. Dabei gelten die engen Platzverhältnisse des Fahrzeugs als eine der größten Herausforderungen, denn aus konstruktiven Gründen steht für die Hydraulik nur ein geringer Platz zur Verfügung. Anschließend wird der Brammentransporter mit Blechen verkleidet, sodass die hydraulischen Komponenten nur noch durch eine Demontage erreichbar sind. So liegen die verbauten Teile geschützt im Inneren des Fahrzeugs. Bei Produktion und Montage legt Nordmeyer SMAG großen Wert auf Beständigkeit, denn das Fahrzeug soll 24/7 in Betrieb sein. „Der Brammentransporter wird in einem 3-Schichten-Betrieb unter den Bedingungen arbeiten, die in einem Stahlwerk an der Tagesordnung stehen: Staub, Schmutz und Hitze. Deshalb stehen Qualität und Langlebigkeit an erster Stelle“, erklärt Wachsmuth. Zudem wird jeder Schlauch und jedes Rohr mit dem X-CODE versehen. So können Teile, die im Zuge der regelmäßigen Wartung getauscht werden müssen, mithilfe des internationalen Hansa- Flex Netzwerks problemlos nachbestellt und schnell geliefert werden. Passgenau Um den besonderen Anforderungen des Brammentransporters gerecht zu werden, stimmt Hansa-Flex alle hydraulischen Komponenten ab. „Ursprünglich war zum Beispiel bei der AdBlue-Anlage die Verwendung von Metallschläuchen geplant. Es hat sich jedoch schnell herausgestellt, dass damit der erforderliche Biegeradius, der unter 150 Millimetern liegt, nicht erreicht werden kann. In Absprache mit Nordmeyer SMAG haben wir uns dazu entschieden, die Rohrleitungen zu schweißen und EPDM-Schläuche zu verwenden. So können wir uns an die enge Umgebung anpassen“, berichtet Drietz. Die weiteren Rohre, die im Fahrzeug verbaut sind, werden vor Ort mithilfe einer mobilen Rohrbiegemaschine in den erforderlichen Radien gebogen. Bei der Fertigung der Brammentransporter, welche dem Prototyp folgen werden, ist eine Belieferung durch das Rohrbiegezentrum vorgesehen. So soll Nordmeyer SMAG demnächst mit komplett vorkonfektionierten Rohrsätzen beliefert werden. Zukünftig wollen die die beiden Unternehmen auch bei anderen Projekten ihre Zusammenarbeit weiter vertiefen. www.hansa-flex.de Vollständig überarbeitet! Die Berechnung und Gestaltung von Wälzlagern erreicht eine neue Ära Wälzlagerpraxis Das Standardwerk für Konstrukteure und Studenten in der 4. Auflage. Wälzlagerpraxis jetzt bestellen unter shop.engineering-news.net