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Mobile Maschinen 1/2018

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NACHLESE ZUR

NACHLESE ZUR AGRITECHNICA 2017 09 09 Der Ansatz von Xaver ist es, mit kleinen, im Schwarm arbeitenden Robotereinheiten und mit Hilfe einer Cloud Lösung die präzise Aussaat von Mais zu planen, zu überwachen und exakt zu dokumentieren 10 Der kleine Roboter von Zauberzeug soll im Indoor- und Outdoor-Bereich durch seinen Einsatz eine signifikante Arbeitserleichterung erbringen 11 SmartService 4.0 nutzt die Möglichkeiten der digitalen VR- und AR-Technologien, um die Lern-, Trainings- und Reparaturprozesse im Bereich des technischen Kundendienstes weiter auszubauen 10 11 nation unterstützt und seine Arbeit somit erleichtert. Dazu macht das System schon während der Arbeitsvorbereitung Vorschläge für eine optimale Maschineneinstellung (bspw. die Ballastierung) und versucht die Traktor- und Geräteeinstellung permanent zu optimieren. Eine weitere Innovation der genannten Schnittstelle stellt der TracLink Pilot der Firma Lindner da. Die Arbeitserleichterung für den Anwender wird bei diesem System durch Funktionen erreicht, die auf ein autonomes Arbeiten der Maschinen ausgerichtet sind. So kann der Landwirt seine Maschine vom Tablet aus steuern und bereits eingelernte Arbeiten vom Traktor eigenständig durchführen lassen. In Europa gibt es jedoch bisher keine gesetzliche Grund lage für diese autonomen Fahrfunktionen. Im Gegensatz dazu sind in Japan bereits autonome Traktoren und Reisdrescher der Firma Kubota auf den Äckern der Landwirte unterwegs, nicht zuletzt, weil dort bereits ein gesetzlicher Rahmen für das autonome Fahren auf den Äckern besteht. Selbstfahrende Roboter Abgesehen von der Automatisierung klassischer Standardtraktoren wurden von den Unternehmen Roboterkonzepte zur autonomen Erledigung von Arbeitsabläufen vorgestellt. Mit Ausnahme des Robotersystems Xaver der Firma Fendt liegt die Anwendung der selbstfahrenden Roboter vor allem in der Innenwirtschaft. Das Robotersystem Xaver ist in der aktuellen Form insbesondere für die Aussaat von Mais konzipiert. Die Ablage der Maiskörner erfolgt über ein rotierendes Säaggregat, das die einzelnen Körner über einen Stempelmechanismus in den Boden drückt. Da die Flächenleistung einer einzelnen Einheit im Vergleich zum konventionellen Aussaatprozess gering ist, soll hier zukünftig der Einsatz von Roboterschwärmen Abhilfe leisten. Die Lokalisierung der einzelnen Xaver-Einheiten erfolgt dabei über ein RTK-GPS. Die Überwachung und Organisation des Arbeitsprozesses soll von einer Station am Feldrand aus erfolgen. 40 Mobile Maschinen 1/2018

NACHLESE ZUR AGRITECHNICA 2017 Ein weiteres interessantes Robotikkonzept für die Innenwirtschaft wurde von Zauberzeug vorgestellt. Das Startup- Unternehmen Zauberzeug hat ein Roboterkonzept ausgestellt, das die Arbeiten auf dem landwirtschaftlichen Hof erleichtern soll. Dabei kann der Roboter im Indoor- und Outdoor- Bereich eingesetzt werden, um automatisiert Flächen mit einem Besen oder der Mistgabel zu reinigen bzw. mit einem Behälter einzu streuen. Die Lokalisierung des Roboters erfolgt von außen über 2D-Kameras, die im Aktionsbereich der Maschine installiert werden müssen. Farm-Managementsysteme Unter dem Stichwort „Farming 4.0“ entwickeln verschiedene Hersteller Softwaretools rund um die gesamte Wertschöpfungskette. Ziel ist es, nicht nur einzelne Prozess schritte zu optimieren, sondern den ge samten Betrieb einschließlich des Service zu betrachten. Mit dem Counter SX stellten Fliegl und Pöttinger eine Erweiterung für den Fuhrenzähler Beacon vor. Bei dem Gerät handelt es sich um ein Modul zur Dokumentation und Auswertung von Maschinenzuständen. Der Counter SX erfasst neben der GPS-Position über 3D-Beschleunigungs- und Neigungssensor seine Lage im Raum und kann auf diese Weise unterschiedliche Zustände von Maschinen erkennen. Wird das Gerät z. B. an der Rutsche einer Ballenpresse angebracht, registriert es den Auswurf und kann die Ablageorte und Anzahl der Ballen erfassen. Durch entsprechende Algorithmen ist das System auch in der Lage, komplexe Zyklen zu erkennen. Die DKE-Data präsentierte mit dem agrirouter eine Datenaustauschplattform, die ein Kernproblem bei der Digitalisierung der Landwirtschaft löst. Das neue Werkzeug soll Landwirten und Lohnunternehmern den Austausch von Daten zwischen Maschinen- und Agrarsoftware-Anwendungen unterschiedlicher Hersteller ermöglichen. Diese Möglichkeit fehlte auf Betrieben mit gemischtem Maschinenpark vielfach. Welche Daten zwischen den Maschinen ausgetauscht werden können bzw. für Anwendungen im Netz des agrirouters zur Verfügung stehen, bleibt jedoch weiterhin den Herstellern überlassen. Die Anbindung von Maschinen erfolgt dabei mit Telemetrie boxen, die auch für ältere Maschinen nachgerüstet werden können. Die „virtuelle Realität“ hält mit Amazones SmartService 4.0 Einzug in die Landwirtschaft. Immer komplexere Maschinen benötigen immer stärker spezialisierte Servicetechniker. Im Rahmen von Schulungen lernen Servicetechniker in einer virtuellen 3D-Umgebung verschiedene Reparaturund Wartungsarbeiten an den Maschinen durchzuführen. Zudem kann mit diesem Konzept der Kundenservice in Echtzeit die Wartungsarbeiten unterstützen ohne selbst vor Ort zu sein, was Geld und Zeit spart. Beim Echtzeit-Support sieht der Kundenservice die Tätigkeiten des Kunden und kann entsprechende Warnhinweise bzw. Arbeitsanweisungen geben. Fazit Der wirtschaftliche Aufwand in der Agrarwirtschaft ermutigt Landwirte und Lohnunternehmen wieder in Hard- und Software zu investieren. Landtechnik-, Komponenten- und Softwarehersteller nutzten diese positive Stimmung, um ihre Produkte auf der Weltleitmesse zu präsentieren. Passend zum Motto der Messe „Green Future – Smart Technology“ zeichneten sich viele Innovationen durch intelligente, effiziente und gleichzeitig nachhaltige Ansätze aus. Zum einen wurde klassischen Maschinen aus den Bereichen Bodenbearbeitung, Bestellung, Pflanzenschutz und Ernte durch Sensoren und Software zusätzliche Intelligenz verliehen. Zum anderen gab es Neuentwicklungen in Form von kleinen autonomen Fahrzeugen und Robotern, die losgelöst von konventionellen Prozessstrukturen entwickelt wurden. Eine immer größer werdende Rolle spielten auch Farmmanagementprogramme zur Planung, Dokumentation und Überwachung der Produktionsketten von Landwirten und Lohnunternehmen. Bilder: Aufmacher Svenja Stenner; 01 Kuhn; 02–03 Pöttinger; 04 Krone; 05 Claas; 06 John Deere; 07 Claas; 08–09 Fendt; 10 Zauberzeug; 11 Amazone www.tu-braunschweig.de/imn Weitere Highlights der Agritechnica 2017 Möchten Sie noch mehr über weitere prämierte Produktneuheiten der Messe erfahren, so besuchen Sie gerne unsere Homepage. Hier finden Sie eine detaillierte Version der Nachlese. Einen Nachbericht mit den Themenschwerpunkten Hydraulik und Antriebstechnik können Sie zudem in der O+P Fluidtechnik 01-02/2018 auf Seite 22 lesen. www.mobile-maschinen.info www.oup-fluidtechnik.de Positionssensoren für Hydraulikzylinder - Kolbenbohren ade! HMI 2018 Halle: 9, Stand: F82 SGH-Serie bis 5 m Messlänge - einfach revolutionär! absolute Erfassung des Zylinderhubs kein Bohren des Kolbens notwendig auch in Teleskopzylindern verwendbar hohe Schock- und Vibrationsfestigkeit, IP69K Video ansehen http://bit.ly/2CeVh5B SIKO GmbH, Tel. +49 7661 394-0, www.siko-global.com

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