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Mobile Maschinen 1/2017

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ANTRIEBE UND

ANTRIEBE UND ANTRIEBSELEMENTE I INDUSTRIEMOTOREN Im Zeichen des Greif: mehr als nur ein Mythos Scania blickt auf über 100 Jahre Motorengeschichte zurück Ein roter Greif mit goldener Krone, der eine stilisierte Tretkurbel ziert. Das Scania Logo lässt zwei ganz unterschiedliche Umfelder miteinander verschmelzen. Zum einen den technischen Aspekt in Form der Kurbel. Zum anderen den der Herkunft in Gestalt des Fabelwesens, welches das Wappen der schwedischen Provinz Schonen schmückt. Kenner der Nutzfahrzeugbranche assoziieren es sofort mit Lastwagen und Bussen. Dass hinter der schwedischen Marke aber noch mehr steckt, verrät spätestens ein Blick auf die 125-jährige Unternehmenshistorie. 1891 Gründung der Wagen- und Wagonfabrik „Vagnfabriks Aktie Bolaget i Södertelge“, kurz „Vabis“. 1900 Die „Maskinsfabriks Aktiebolaget Scania“ wurde in Malmö gegründet. Ihr Produktionsschwerpunkt basiert primär auf Fahrrädern und Fahrzeugen. 1902 Vabis liefert seinen ersten eigenständigen Motor aus, welcher als Bootantrieb dient. 1905 Der erste Scania Industriemotor wird gefertigt. Der 24 PS starke 4-Zylinder- Motor geht an die Feuerwehr in Stockholm für den Einbau in einer Feuerlöschpumpe. 1911 Scania-Vabis entsteht durch die Fusion der 1891 und 1900 gegründeten schwedischen Fabriken. 1923 Nilsson entwirft einen 4-Zylinder- Motor mit oben liegenden Ventilen, der nach Feinabstimmung beim Verbrennen einer Mischung aus Benzol und Alkohol 60 PS erreicht. 1936 Scania-Vabis präsentiert seinen ersten eigenen Dieselmotor, einen 6-Zylinder- Vorkammer-Dieselmotor mit 120 PS und 7,74 l Hubraum. 1939 Die Philosophie des einheitlichen „Modularkonzepts“ wird geboren. Scania- Vabis präsentiert hierzu ein Motorenprogramm mit 4-, 6- und 8-Zylinder-Modellen, welche auf den gleichen Standardkomponenten, unter Einbindung identischer Teile basieren. 1949 Scania-Vabis führt seinen ersten Direkteinspritzer ein. Dieser ist als 4- und 6-Zylinder verfügbar. Gabelstapler, Muldenkipper und Terminalzugmaschinen ergänzt wird. Im Jahr 1962 auf 11 Liter vergrößert, blieb er bis 1998 in Produktion. 1969 Der revolutionäre 350-PS-14-Liter- Turbo-V8-Motor setzt einen Meilenstein in der Historie von Scania. Er ist der leistungsstärkste Lkw-Motor seiner Zeit. 1970er Die Industrie- und Schiffsmotoren von Scania erhalten ihre charakteristische Signaturfarbe: Paprika rot. 2005 Scania blickt auf „100 Jahre Industriemotoren“ zurück. 2009 Eine neue Baureihe von 9-, 13- und 16-Liter-Industriemotoren wird vorgestellt. Die Motoren entsprechen den Vorschriften der Stufe IIIB und Tier 4i. 1922 Eine Bestellung des schwedischen Zollamts führt zu einem neuen Produktbereich: Industrie- und Marinemotoren. August Nilsson, Designer bei Scania-Vabis, patentiert einen neuen Vergaser, der sowohl die Zuverlässigkeit als auch den Kraftstoffverbrauch verbessert. 1951 Ein Achtzylinder-Reihenmotor mit Turbolader erweitert das Portfolio. 1958 Ein neuer 6-Zylinder 10-Liter- Dieselmotor wird eingeführt, welcher 1960 durch eine turboaufgeladene Version für 2012 Scania stellt eine Reihe von kompletten Motoren der Stufe IV und Stufe 4 für Offroad-Anwendungen vor. 2018 Start der Serienproduktion von Stage-V-Industriemotoren. 34 Mobile Maschinen 1/2017

INDUSTRIEMOTOREN I ANTRIEBE UND ANTRIEBSELEMENTE 1891 1900 1902 1970er 1936 1969 Blick in die Zukunft Angefangen mit einem 24 PS starken 4-Zylinder-Motor präsentiert Scania heute eine Vielzahl von Industriemotoren, die den hohen Ansprüchen der Branche gerecht werden: hohe Verfügbarkeit, großzügiges Drehmoment bei niedrigen Drehzahlen, eine gute Kraftstoffwirtschaftlichkeit und ein promptes Ansprechverhalten. Zu dem Portfolio von Scania zählen 9-, 13- und 16-Liter-Motoren, die u. a. in Schneeräumfahrzeugen, Gabelstaplern, Zuckerrohrerntemaschinen, Containerstaplern und Stein brechern Anwendung finden. Zudem treibt die Branche die Emissionsrichtlinie „Stage V“, welche 2019 eingeführt wird, um. Dass der Motorenhersteller auch hierfür gerüstet ist, bewies er bereits auf der bauma im vergangen Jahr. Die Änderung bezieht sich dabei auf alle allspeed- und single speed-Motoren. Jedes Modell basiert dabei auf der modularen Architektur von Scania mit einzelnen Zylinderköpfen. Zudem hat der schwedische Hersteller eine optimierte Generation von Motorregelungssystemen entwickelt, um sämtliche Aspekte der Motorleistung steuern zu können. Zu den vielen gesteuerten Funktionen zählen die Kraftstoffeinspritzung, die Ladeluft- und Motorbetriebstemperatur sowie die Abgasnachbehandlung. Während ein DPF zur Abgasnachbehandlung erforderlich ist, entscheidet sich Scania zudem für den DOC (Diesel Oxy Kat) und das SCR-System (S selective catalytic reduction). Auf das EGR-System (exhaust gas recirculation) wird bewusst verzichtet. Insgesamt basiert das neue Motorenprogramm auf den gleichen Plattformen wie frühere Baureihen. Erste Prototypen werden bereits ab diesem Jahr verfügbar sein, bis es dann im folgenden Jahr zur geplanten Serienproduktion kommen wird. So haben Anwender die Möglichkeit sich frühzeitig auf die kommende verabschiedete Emissionsrichtlinie einzustellen. www.scania.de Mobile Maschinen 1/2017 35